Ausdifferenzierungsprozesse im neugermanischen Heidentum am Beispiel des Eldaring e.V.
von Lars Erik Vollertsen
Institut für Kulturanthropologie - Europäische Ethnologie
Georg-August-Universität zu Göttingen
Seminar: Neue Religiöse Bewegungen
Semester: Sommersemester 2010
Dozentin: Dr. Victoria Hegner
Datum: 25.10.2010 (Ergänzend vom 04.01.2011)

Inhalt:
1. Einleitung
2. Fragestellung
3. Vorgehen
4. Zur Forschungskritik
5. Ausdifferenzierungsphasen des neugermanischen Heidentum
6.1. Der Eldaring
6.2. Außenbild des Eldarings
7.1. Aus dem „Alltag“ der Akteure
7.2. Nazi-Symbolik, Geschichtsbewusstsein oder Regionalpatriotismus?
7.3. Religiöse Vorfelder und zweifelhafte Gesinnungsgenossen
7.4. Internetheidentum
8. Schluß
9. Literaturverzeichnis
Anhang


1. Einleitung
In dem weiten, heterogenen Feld der Neuen Religiösen Bewegungen in der westlichen Welt findet sich eine Richtung alternativer Religiösität, welche in den Kultur- und Sozialwissenschaften, sowie den Religionswissenschaften mit dem Begriff Neuheidentum, bzw. (Neo-)Paganismus beschrieben wird. Unter diesen Begriff fallen eine ganze Reihe von Bewegungen, unter anderem Hexenkulte, Wicca, Neoschamanismus, Druidentum, Neu-Keltentum oder Neugermanisches Heidentum.
Das Neugermanische Heidentum, bzw. eine Vorläuferbewegung ist zunächst im 19. Jahrhundert im Zusammenhang mit der völkischen Bewegung und der Ariosophie anzusiedeln. [1]
Das erneute Aufblühen neugermanisch-heidnischer Ideen in der Nachkriegszeit und besonders Anfang der 1970er Jahre ist zweifelsohne im Zusammenhang mit der New-Age-Bewegung [2] zu sehen. Die Zusammenhänge zwischen den völkischen Wurzeln des Germanischen Neuheidentums und einiger Gruppierungen der Gegenwart wurden in verschiedenen Publikationen aufgedeckt. Die einflußreichsten Arbeiten vor allem zu den deutschen Verhältnissen sind „Religion als Kulturkritik. Neugermanisches Heidentum im 20. Jahrhundert“ (Heidelberg, 1992) und „Göttertrost in Wendezeiten. Neugermanisches Heidentum zwischen New Age und Rechtsradikalismus“ (München, 1993) von Stefanie von Schnurbein.
Was verbirgt sich aber genau hinter dem Begriff „Neugermanisches Heidentum“? Schnurbein spricht in einem Beitrag in EZW-Texte von einer „religiösen Orientierung an vor- und außerchristlichen Religionen im Allgemeinen und der germanischen Götterwelt im Besonderen“. [3] In ihrer Kurzdarstellung liefert sie zugleich die Begründung zu einer religiösen Hinwendung an vorchristliche Religionen, nämlich eine Kultur- und Christentumskritik, wie sie auch für den Bereich des New Age gelte. In Abgrenzung hierzu werde jedoch im neugermanischen Heidentum die geistige Erneuerung im eigenen Erbe gesucht. Sie faßt zusammen:

„Je nach Spielart neugermanischen Heidentums wird in diesem Kontext entweder mehr Gewicht auf die Verbindung mit dem eigenen Land, der eigenen Natur gelegt, oder auf eine Verbindung mit Vorfahren, Volk oder Rasse. Die dahinter liegende Grundidee jedoch ist in jedem Fall die eine, die Religion auf die Größen „Blut“ (also Erbe) und „Boden“ (also einheimische Natur) gründet.“ [4]

In neueren Arbeiten wird jedoch darauf hingewiesen, daß mit Hinblick auf die Entwicklungen in der neugermanisch-heidnischen Bewegung eine andere wissenschaftliche Herangehensweise von nöten ist, als lediglich die Untersuchung von Kontinuitäten, welche in die völkische Bewegung des 19. Jahrhunderts reichen.
René Gründer und Ann-Laurence Maréchal zeichnen ein weitaus heterogeneres Bild der Szene, in welchem das neugermanische Heidentum nicht mehr bloß als Bindeglied zwischen New Age und Rechtsextremismus gelten kann.

2. Fragestellung
Um auf die Frage zurrück zu kommen, was sich hinter dem Begriff verbirgt, so möchte ich meiner Arbeit im folgenden die Differenzierung von Maréchal [5] zu Grunde legen.
Ich möchte in dieser Ausarbeitung auf die Ausdifferenzierungsprozeße in der neugermanisch-heidnischen Bewegung Deutschlands eingehen, und exemplarisch an einem neuheidnischen Verein Tendenzen aufzeigen, welche in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung bislang erst sehr spärlich Einzug gehalten haben.
Konkret möchte ich der Frage nachgehen, wie schleswig-holsteinische Vertreter eines größeren heidnischen Vereines aus eigener Perspektive mit dem Thema Rechtsextremismus und völkischen Neuheidentum umgehen.

3. Vorgehen
Ich werde nach einer Darstellung der Kontroversen an der deutschen Forschung in aller Kürze die Entwicklung des neugermanischen Heidentums in der Nachkriegszeit nach Maréchal wiedergeben. Danach werde ich näher auf den Eldaring e.V. eingehen, um schließlich auf das Außenbild des Vereines im Bezug auf Rechtsextremismus einzugehen. Um einer emischen Perspektive an der Problematik etwas näher zu kommen, werde ich zuletzt auch einige Einblicke aus der Lebenswelt zweier schleswig-holsteinischer Mitglieder des Vereins hinzuziehen. Hierzu habe ich zum einen ein Interview mit Ralf Matthies „face-to-face“, und zum anderen eine E-mail-Befragung mit Tim Peters, beides Mitglieder des Eldaring e.V., geführt. Leider konnte ich mit Tim Peters kein persönliches Interview führen, da es ihm an entsprechender Zeit mangelte. Das Interview mit Herrn Matthies erfolgte am 5. Oktober 2010 bei ihm zu Hause in einer entspannten Atmosphäre. Allerdings habe ich das Interview nicht aufgenommen, sondern mitgetippt. Da ich zu Herrn Matthies schon einige Jahre ein freundschaftliches Verhältnis pflege, gab es keine Störfälle. Die E-mail-Korrespondenz mit Tim Peters erfolgte im Zeitraum vom 7. - 11. Oktober 2010. Auch mit Tim Peters bin ich seit längerer Zeit bekannt. An dem Fragenkatalog, den ich Peters zugesandt habe, ist auch mein Interview mit Matthies orientiert. Er befindet sich im Anhang.
Zu meiner Person sei zu sagen, daß ich mich selber der neugermanisch-heidnischen Bewegung zugehörig sehe, und daß ich seit Anfang des Jahres 2010 auch Eldaring-Mitglied bin. Meine persönlichen Kontakte zu Eldaring-Mitgliedern beschränken sich allerdings überwiegend auf Schleswig-Holstein. Ich bin daher mit dem Feld gut vertraut. Meine persönliche Aufgabe sehe ich darin mir selber auf die Finger zu schauen, daß ich hier nicht in eine Apologetik meiner eigenen Gesinnung verfalle.

4. Zur Forschungskritik
Maréchal weist in ihrem Beitrag „Konstruktions- und Ausdifferenzierungsprozesse neugermanisch-heidnischer Religiosität“ (In: Lüddeckens, D. und Walthert, R. (Hg.): „Fluide Religion. Neue religiöse Bewegungen im Wandel. Theoretische und empirische Systematisierungen.“) darauf hin, daß in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem neugermanischen Heidentum in Deutschland ein „Rückgriff auf Deskriptionsmuster“ der 1980er und 1990er erfolgt, welcher jedoch zu einer „Reduzierung“ des Feldes „auf einige seiner Bereiche“ führe. Die bereits von mir erwähnte programmatische Suche nach völkischen Kontinuitäten ließe Entwicklungen der letzen zwei Jahrzehnte, welche zu Ausdifferenzierungsprozessen geführt haben, unberücksichtig. [6]
Die Kritik von Schmidt und Schetsche an der bisherigen Forschung fällt noch schärfer aus.
Auch sie sprechen von einer „weitgehend fehlende Differenzierung in der Betrachtung der „germanischgläubigen Neuheiden“, ihrer Glaubensinhalte und rituelle Praktiken“.
Zudem sehen sie Regelverstöße in religionswissenschaftlichen Standards, wie die „Einhaltung eines methodischen Agnostizismus“, „Verletzung forschungsethischer Standards“ [7] und eine vorrausgenommene sozial-ethische Bewertung des Untersuchungsgegenstandes. Gründer schreibt zu den deutschen Forschungsverhältnissen:

„Es mangelt generell an einem, den US-amerikanischen Pagan Studies (Davy 2007, Blain/Ezzy/Harvey 2004) vergleichbaren methodologischen Ansatz, der die religiösen bzw. spirituellen Selbstdeutungen der Akteure als solche überhaupt ernst nimmt.“ [8]


5. Ausdifferenzierungsphasen des neugermanischen Heidentums
Nach Maréchal gab es seit Ende des 2. Weltkrieges drei große Ausdiffernzierungsphasen. Diese seien wiederum durch unterschiedliche Konstruktionsprozesse der jeweiligen Religiösität geprägt.
Bis in die 1960er Jahre wurde das Bild des neugermanischen Heidentums in Deutschland durch Gruppen bestimmt, welche bewußt auf völkische Ideologien zurrückgriffen, und welche in einer ariosophisch-völkischen Tradition standen. [9]
Die zweite Phase nimmt ihren Ausgang in den 1970ern - 1980ern, in welcher Gruppen unter Einfluß der ökologie-, Frauen, und Friedensbewegung entstanden. Es zeigen sich in dieser Zeit „erste Abgrenzversuche gegenüber rassistischen und antisemitischen Tendenzen.“ So auch bei der Heidnischen Gemeinschaft e.V. und der 1991 wiedergegründeten Germanischen Glaubensgemeinschaft e.V. Im Fall des 1983 gegründeten Yggdrasil-Kreis e.V. [10] wird deutlich, daß in manchen Gruppen nun vermehrt synkretistische Tendenzen wahrnehmbar sind.
Eine letzte wichtige Phase setzte in den 1990ern mit dem Auftreten erster Ásatrú-Gemeinschaften [11] in Deutschland ein.
Die Gemeinschaften gründeten sich weitgehend in Anlehnung an skandinavische und angelsächsische Ásatrú-Gemeinschaften. Die erste solcher Gemeinschaften ist der 1972 auf Island gegründete Verein Ásatrúarfélagið, welcher einen Vorbild-Charakter inne hat. [12]
Innerhalb dieses Bereiches gibt es, je nach inhaltlichen Schwerpunkten der Religiöstät eine Bezeichnungsvielfalt, so taucht neben dem Begriff Ásatrú auch die altnordische Bezeichnung Forn Siðr (Alte Sitte) auf, wärend z.B. Fritz Steinbock vom VfgH [13] in seinem Buch „Das heilige Fest“ meist nur von „Heidentum“ spricht. [14]
Kennzeichnend für diese neuen Gruppen ist, daß sie sich als zeitgemäße, erneuerte Religion empfinden, welche sich jedoch auf alten Quellen gründe. Zudem sind sie universalistisch ausgerichtet, was bedeutet, daß die Gruppen „allen Menschen auf der Basis einer interessenbasierten Gesinnungsfreundschaft“ offen stehen. [15]
Neben dem genannten VfgH, sowie dem allgemein heidnisch ausgerichteten Rabenclan und seinem Ásatrú-Ableger Nornirs Ætt reiht sich noch der Eldaring, als der wohl mitgliederstärkste Verein dieser Gruppen der jüngsten Ausdifferenzierungsphase.

6.1 Der Eldaring
Die Vereinseintragung des Eldaring e.V. erfolgte 2002 beim Amtsgericht Trier. Er ging zwei Jahre zuvor aus einer „geschlossenen Internet-Mailingliste“ hervor. [16]
Mittlerweile beläuft sich seine Mitgliederzahl auf etwas über 200 Mitglieder. Der Eldaring stellt einen Verein da, dessen Vereinsleben sich vorwiegend in den zugehörigen, untergeordneten, regionalen Gruppen abspielt. Dazu gibt es die jährliche Mitgliederversammlung, das Eldathing, und weitere Treffen zu bestimmten Jahreskreisfesten. [17] Die regionalen Gruppen treffen sich regelmäßig zu freien Stammtischen, bzw. stellen Blótgruppen [18] dar, in denen sie selbstverwaltend Kultfeste praktizieren. Mancherorts haben sich auch Menschen zu Sippen zusammengefunden, welche als Eidgemeinschaften zu verstehen sind.
Für die entsprechenden Regionalgruppen sollen sogenannte Herdwarte eingesetzt werden, welche als regionale Ansprechpartner fungieren.
Als wichtige Kommunikationsplattform dient die Internetpräsenz des Eldarings, die ein öffentliches Internetpodium mit rund 5500 registrierten Benutzern beherbergt. [19]
Vereinsinterna werden zudem über geschlossene Mailinglisten abgehandelt.
In der Entstehungszeit gab es rege Kontakte zum amerikanischen Verein „The Troth". Man übernahm für den Eldaring die Strukturen des amerikanischen Vereins. Ähnlich des VfgH, ehemals „Odinic Rite Deutschland“ kann der Eldaring als Ableger eines angloamerikanischen Vereins gelten. Allerdings war er schon von der Gründung an eigenständig. 2006 wurde die Namensänderung von „Eldaring - The Troth Deutschland“ in „Eldaring eV.“ beschlossen. [20]

6.2 Außenbild des Eldarings
Da ich mich im folgenden auf die Position des Eldaring zu völkischem Gedankengut beziehen möchte, ist es erforderlich vorerst auf den Troth und die angloamerikanische universalist-folkish-Debatte einzugehen.
Die Unterscheidung zwischen universalist und folkish Ásatrú ist vor allem für den englisch-sprachigen Raum kennzeichnend. Die Ásatrú-Gruppen werden aufgrund ihrer Ansicht unterschieden, ob Religion eine Willensentscheidung zu Grunde liege, oder ob sie ethnisch und vererbbar sei. Die beiden größten US-amerikanischen Vereine „Ásatrú Free Assembly“ (AFA) und der universalistische „The Troth“, welcher 1984 von ehmaligen AFA-Mitgliedern gegründet wurde, spiegeln diesen Dualismus wieder.
Eine mittlere Position nimmt die Einordnung tribalist heathens ein. [21] Als wichtig werde hier nicht die Abstammung, jedoch die soziale Zugehörigkeit an ein ethnos angesehen. Fritz Steinbock spricht in diesem Zusammenhang von dem:

„Verband vor Ort, ein ethnos, das immer als Ganzes seinen Göttern angehört und damit Zuwanderer, sobald sie sozial integriert sind, auch in seine Verbindung mit den Göttern aufnehmen kann.“ [22]

Die Enteilung universalist/folkish ist unter Ásatrú-Anhängern stark umstritten, und auch der Eldaring distanziert sich von solch einer Einteilung. Tim Peters, Gründungsmitglied des Eldarings schreibt in einem Aufsatz zu dem Thema:

„Wie und warum aber sollte sich aus der Tatsache, daß; heidnische Religionen ethnischen Ursprungs sind, eine ethnische „Zulaß;ungsbeschränkung“ ableiten lassen? (...) der Begriff „folkish“ ist vollkommen überflüß;ig. In seiner gemäßigten, nicht-raß;istischen Form bedeutet er nichts anderes, als daß; Ásatrú eine ethnische Religion ist. Aber das ist Ásatrú per definitionem“ [23]

Peters verweist darauf, daß dieser Dualismus aus dem Sprachgebrauch von Gruppen stammt, welche sich explizit als folkish verstehen. Auch der Troth lehne eine derartige Kategorisierung ab.
Aus dem Aufsatz von Peters lässt sich ein anti-biologistischer Kurs des Eldarings rauslesen. („Kultur ist keine Frage der Hautpigmentierung, Religion ist nicht in den Genen kodiert“ [24])
Der Eldaring unterhält dementsprechend auch keine Kontakte zu heidnischen Gruppen, bei denen die ethnische Herkunft eine tragende Rolle bei der Religionszugehörigkeit spielt. [25]
Die Antivölkische Einstellung des Eldarings findet zuletzt auch in seiner Satzung Ausdruck, wo es im im Paragraph 2 „Ziel und Zweck des Vereins“ heißt:

„(d) Bekanntheit und Akzeptanz der heidnisch-germanischen Religion in der Öffentlichkeit zu schaffen und zu fördern und insbesondere auch Vorurteile und Mißverständnisse auszuräumen, wie sie u.a. durch den Mißbrauch germanischer Kultur und Religion durch den Nationalsozialismus und rechtsextremistische Gruppierungen entstanden sind.“ [26]

Der Eldaring bemüht sich eine tolerante Einstellung und politische Neutralität nach Auß;en sichtbar zu machen.
Fraglich ist, wie viel Berührungspunkte mit völkischen Ideologien und Rechtsextremismus in der Lebenswelt von Neuheiden im Eldaring bestehen.

7.1. Aus dem „Alltag“ der Akteure
Im Folgenden werde ich mich vor allem auf die Aussagen meiner Interviewpartner beziehen. Deshalb möchte ich vorweg auf ihre Personen eingehen. [27]
Tim Peters ist Gründungsmitglied des Eldarings und hatte dort von 2000 - 2009 das Amt des Schriftführers inne. Er ist 37 Jahre alt und hat Anglistik, Skandinavistik und Philosophie studiert. Zeitweise Mitgliedschaften hatte er auch im amerikanischen Troth, sowie im Rabenclan. Peters lebt derzeit in Kiel.
Nach eigener Außage ist Tim Peters in einem eher „areligiösen, agnostischen“ Umfeld aufgewachsen, und er fühle sich bis heute einem „eher wissenschaftlich rationalen Weltbild“ verbunden. Seine Religiösität beschreibt er als „Polytheismus mit Schwerpunkt im an nordisch-germanisch-vorchristlichen Religionen angelehnten Neuheidentum“. Das Neugermanische Heidentum hat Tim Peters mit Aufnahme seines Studiums und durch Zugang zum Internet entdeckt. Das sich für ihn im Zusammenhang mit Rechtsextremismus bzw. Rassismus Probleme ergeben, sei sehr selten.

„Eher begegnet mir die Problematik in meiner Eigenschaft als Vertreter (Vorstandsmitglied, Gast bei ausländischen Gruppen) des Eldaring e.V. und im Austausch mit anderen Heiden.“ (Tim Peters)

Ralf Matthies ist seit 2001 Mitglied des Eldarings. Er ist 46 Jahre alt, lebt in der Nähe von Eckernförde und ist selbstständig. Ralf Matthies betreibt einen Onlineshop, und einen Verkaufsstand, mit dem er auf Märkten, vorwiegend „Mittelaltermärkten“ präsent ist. Er bietet u.a. Symbolschmuck und Götterfiguren europäisch-heidnischen Hintergrundes an. Ferner hat er schon verschiedene Volkshochschulkurse geleitet, welche sich mit Heidentum und Runen beschäftigt haben. Ralf Matthies ist also durchaus beruflich im Feld und Vorfeld des Neuheidentums aktiv.
Im Interview tat sich Ralf Matthies deutlich schwer, sich religiös einzuordnen, da er „offizielle“ Religionsdefinitionen nur schlecht auf sich anwenden könne. Jegliche institutionelle Komponenten lehnt er für sich ab. Auch sieht er keinen Grund sich einordnen zu müssen. Letztlich würde er bei sich von neugermanischen Heidentum sprechen. Ralf Matthies kommt aus einem landwirtschaftlich geprägten Umfeld. Sein Interesse am Heidentum führt er bereits auf seine jugendliche Begeisterung für Sagen, Mythen und Märchen zurück. In seiner Schulzeit kam er in Kontakt mit Mitgliedern der Artgemeinschaft GGG, welche in seine Parallelklasse gingen. Er bezog eine Zeit lang die Nordische Zeitung [28] beschäftigte sich aufgrund seiner Abscheu gegenüber der Artgemeinschaft dann länger nicht mit dem Thema, bis er u.a. den neuheidnischen Buchautor Gardenstone kennenlernte, welcher später auch in den Eldaring eintrat. Ralf Matthies versucht sich von allem was „in irgendeiner Weise mit völkischer Ideologie zu tun hat“ zu distanzieren. „Ich bemühe mich so etwas weitesgehend zu verbannen. z.B: Runengymnastik ala Marby .“ [29]
Er würde sich wünschen, daß in Zukunft mehr Eldaring-Mitglieder sich in Aufklärungsarbeit engagieren.

„..., daß mehr Leute informieren und in die Öffentlichkeit gehen. Einfach anderen Menschen zeigen, daß dem so ne gewisse Normalität innewohnt. Daß es nix skuril Abgefahrenes ist. (Heidentum) ... rechtsradikal mit Thors Hammer.“ (Ralf Matthies)


7.2. Nazi-Symbolik, Geschichtsbewusstsein oder Regionalpatriotismus?

„Natürlich soll hier nicht jedem oder jeder, der oder die einen Thorshammer aus den Museumsläden der großen skandinavischen Museen als Schmuckstück um den Hals trägt, untergeschoben werden, er oder sie würden sich damit automatisch zu einer Religion des Gottes Thor bekennen.“

So der Theologe und Skandinavist Rudolf Simek in seiner nicht sehr wohlwollenden Auseinandersetzung mit dem Neuheidentum in seinem einschlägigem Werk „Religion und Mythologie der Germanen“ (Darmstadt, 2003). Die Sichtbarkeit neugermanisch heidnischer Religiösität läßt sich gewiß nicht an irgendeinem besonderen Kleidungsstil festmachen. Symbolschmuck, wie der in der „Ásatrú-Szene“ besonders verbreitete Mjöllnir [30], kann noch am ehesten zu einer öffentlichen Sichtbarkeit der eigenen Religiösität führen.
Das Tragen des Thorshammer kann nach Ansicht beider Interviewpartner ein Problem darstellen. Die schwerwiegenste Problematik für Ásatrúarmenn im Zusammenhang mit Rechtsextremismus sei, wie Tim Peters es ausdrückt „die gelegentliche Verwendung von mythologischen Versatzstücken (z.B. „Odin statt Jesus“ Parolen) und Symbolen (Thorshämmern) in der rechten Szene“ Als Folge bestände die Gefahr der Verwechslung oder Gleichsetzung beider Szenen in der öffentlichen Wahrnehmung. Allerdings gelte dies weniger für Schleswig-Holstein, da z.B. das Tragen eines Thorshammers weit verbreitet ist. Die einzelnen Motive können hier natürlich nicht geklärt werden, allerdings ist anzunehmen, daß in Schleswig-Holstein aufgrund seiner geschichtsträchtigen Lage im Zusammenhang mit der Wikingerkultur entsprechende Symbole und mythologische Bilder in einem anderen Licht erscheinen, als das im Rest der Republik der Fall ist. An diesem Beispiel wird die Kontextgebundenheit des Zeichensystems „Germanische Mythologie“ deutlich. [31]

7.3. Religiöse Vorfelder [32] und zweifelhafte Gesinnungsgenossen
Daß der Eldaring mit Personen der rechten Szene konfrontiert wird, sei nach Aussagen meiner Interviewpartner eher die Ausnahme als die Regel. Ralf Matthies berichtet von so einer Ausnahme: Als nämlich der ehemalige Mitarbeiter der brandenburgischen DVU-Fraktion Thilo Kabus [33] auf einer Eldaring-Veranstaltung auftauchte. Über den Hintergrund der Person sei nach Angaben des Eldarings im Vorfeld nichts bekannt gewesen. Der Eldaring reagierte mit einer Presseerklärung, in welcher dieser die Anwesenheit der unerwünschten Person bedauere. [34] Daraufhin kam es zum Bruch mit der bis dahin weitgehend unproblematischen Beziehung zum VfgH, da Kabus VfgH-Mitglied ist.
Da Ralf Matthies aufgrund seines Berufes in der ganzen Republik unterwegs ist, nimmt er genannte Verwechslungen und Gleichsetzungen häufiger war. Besonders auf Mittelaltermärkten gerät er auch in Kontakt mit Menschen, welche allen Anschein nach völkische oder rechtsradikale Ideen vertreten. Diese Informationen zieht Ralf Matthies zum einen aus Gesprächen mit entsprechenden Personen und zum anderen durch äußerliche Merkmale. [35] Eine deutsche „Mittelalterszene“ hat sich nach Pöhlmann in den 1970er Jahren herausgebildet. Seit den 1980er existieren auch die genannten Märkte, heutzutage in großer Vielfalt. Pöhlmann greift auf Gabriel und Hoffmann [36] zurrück, indem er bei Mittelaltermärkten von einer „neuheidnischen Kontaktbörse“ spricht.
Daß viele Anhänger der Ásatrú, jedoch auch Menschen, welche völkische Ideologien vertreten auf den Märkten anzutreffen sind, wird von Ralf Matthies bestätigt. Zudem erzählte mir Ralf Matthies, daß es vorkäme, daß er Menschen mit entsprechenden Shirts von seinem Stand verweise: „Geh ma lieber bei der Artgemeinschaft einkaufen!“
Gründer geht davon aus, daß es „zur Entstehung eines popkulturell geprägten, teilweise kommerzialisierten Vorfeldes für die Verbreitung germanisch-mythologischer Wissensbestände“ käme. Als ähnliches Beispiel können die Musikrichtungen Paganmetal, bzw. Neofolk genannt werden, wo eine textliche Verarbeitung der genannten Wissensbestände vorkommt. [37]

7.4. Internetheidentum
Als Gründe für die breite Popularisierung führt Gründer unter anderem die starke Nutzung des Kommunikationsmediums Internet an. In Anbetracht der zeitnahen Diskussionsmöglichkeiten und der Ortsungebundenheit, gewinnt die Internet-Kommunikation deutlich an Gewicht, was die hohe Nutzerzahl des Eldaring-Forums bestätigt.
Auf die Frage, ob es innerhalb des Vereins zu Problemen mit Rechtsextremismus führe, spannt Ralf Matthies den Bogen noch etwas weiter und bezieht sich auf das besagte, für jederman zugängliche Internetforum des Vereines:

„Selbstverständlich. Das Forum is ja frei. ...daß sich von Zeit zur Zeit immer irgendwelche Leute im Forum blicken lassen und dort mit seltsamen Theorien umsichwerfen.“

Ralf Matthies beobachtet rechte Tendenzen auch im Online-Kontaktnetzwerk Facebook. Dort unterhält Ralf Matthies mit seinem Unternehmen eine Profil-Seite.

„Ich habe aber das Gefühl, daß; es in der rechten Szene immer weniger Neuheiden gibt. Siehe rechte Autonome. Es sind aber dennoch viele. Wir merken das gerade an Facebook. Was da so bei uns aufläuft. Da sind schon n' paar skurile Gestalten dabei. Also meistens kommen die nicht aus Deutschland.“


8. Schluß
Ich bin hier zuletzt auf einige Punkte eingegangen, die mir in meinen Interviews als bedeutsam vorkamen, und welche meiner Meinung nach als zwar kleine, jedoch exemplarische innenperspektivische Einblicke dienlich sein könnten.
Da bereits neue Forschungsansätze (siehe Gründer) existieren, sei nur noch einmal der Vollständigkeit halber auf den Forschungsbedarf hingewiesen, der angesichts der Ausdifferenzierung und Flexibilisierung des Feldes durch eine auf Kontinuitäten völkischen Wirkens ausgerichtete Arbeit nicht bedient werden kann. Die hohe Reflexivität insbesondere der hier durch den Eldaring repräsentierten jüngeren Ásatrú-Gruppen wird durch die kritische Auseinandersetzung mit völkischen Ideologien sichtbar. Die Fremdzuschreibung beginnt quasi bereits an den Stellen, die nach den Werken Schnurbeins oder Pöhlmanns schon grundlegend für die den Großteil der Bewegung sein sollen. Interessante Fragestellungen können sich aufgrund der Hinweise beider Gesprächspartner ergeben, welche auf die Unterschiede der Bewegungen aus unterschiedlichen Ländern deuten. Ein Teil der religiösen Bewegungen in Deutschland, welche sich eines heidnisch-germanischen Zeichensystems bedienen, werden von den Akteuren in diesem Zusammenhang als kritikfähiger und selbstreflektierter als Vergleichbares z.B. aus Osteuropa oder dem englischsprachigen Raum wahrgenommen. [38] Hierzu abschließend noch ein Zitat von Tim Peters:

„Im Zusammenhang mit heidnischer Religion beginnt meines Erachtens Rechtsextremismus (oder doch wenigstens eine entsprechende Tendenz) dort, wo Themen wie Nationalität, Rasse, Hautfarbe, ethnische Herkunft etc. überhaupt als vermeintlich relevant (z.B. als vorgebliche Voraussetzung für die Teilhabe an der religiösen Praxis) thematisiert werden.“


Fußnoten:
[1] Begriffe der Theosophie Helena Petrowna Blavatskys wurden von den sogenannten Ariosophen, wie Guido von List, mit völkischem Nationalismus und Rassismus verbunden und zu einer ariosophischen Lehre ausgebaut. Vgl. Goodrick-Clarke, Nicholas: The occult roots of nazism. The Ariosophists of Austria and Germany 1890 - 1935, Wellingborough, Northamptonshire, 1985.

[2] Die New-Age-Bewegung nahm ihren Ausgang in den 1960er Jahren in den USA. In der New-Age Bewegung wird eine holistische Weltsicht vertreten und das Anbrechen eines neuen Zeitalters, welches zu einer geistigen Erneuerung führe, erwartet. Die Bewegung machte esoterische Lehren einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Vgl. Rademacher, Stefan - Esoterik, In: Grözinger, Karl E. (Hrsg.): Religionen und Weltanschauungen. Werte, Normen, Fragen, in Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus/Buddhismus, Esoterik, Berlin, Bd. 5, 2009, S.40.

[3] Schnurbein, Stefanie von: Neugermanisches Heidentum, Kontext - Ideologie - Weltbild, In: Pöhlmann, Matthias: Odins Erben. Neugermanisches Heidentum: Analysen und Kritik, EZW-Texte 184, Berlin, 2006, S.51.

[4] ebenda, S.52.

[5] Vgl. Maréchal, Ann-Laurence: Konstruktions- und Ausdifferenzierungsprozesse neugermanisch-heidnischer Religiösität, In: Dorothea Lüddeckens, Rafael Walthert (Hg.): Fluide Religion - Neue religiöse Bewegungen im Wandel. Theoretische und empirische Systematisierungen, Bielefeld, 2010.

[6] ebenda

[7] Schmidt, Renate-Berenike & Schetsche, Michael: Vorwort der Herausgeber, In: Gründer, René: Germanisches (Neu-)Heidentum in Deutschland. Entstehung, Struktur und Symbolsystem eines alternativreligiösen Feldes, In: Schetschte, Michael und Schmidt, Renate-Berenike: Freiburger Beiträge zur Kultur- und Sozialforschung Band 2, Berlin, 2008, S.7-9.

[8] Gründer, 2008, S.20.

[9] Zu diesen Gruppen zählen z.B. der Armanenorden (Seit 1976), die Artgemeinschaft GGG (Abkürzung für Germanische Glaubensgemeinschat - nicht zu verwechseln mit der Germanischen Glaubensgemeinschaft) und der Godenorden e.V.

[10] Der Verein pflegt keltische und germanische „Traditionen“. So werden neben den (angeblich) an der Sonne ausgerichteten germanischen Jahreskreisfesten auch die vier keltischen Mondfeste gefeiert. Schnurbein attestiert dem Verein zudem eine strukturelle Auslegung ähnlich eines Wicca-Coven, sowie neodruidische und neoschamanische Einflüsse.
Vgl: Schnurbein, Stefanie von: Religion als Kulturkritik. Neugermanisches Heidentum im 20. Jahrhundert, Heidelberg, 1992.
http://www.yggdrasil-kreis.org/html/ueber_uns.html, Stand Oktober 2010.

[11] Ásatrú dient einigen neugermanischen Heiden als Selbstbezeichnung. Das Wort ist eine neuzeitliche Konstruktion aus den isländischen Begriffen áss (Ase, Gott) und trú (Glaube), und kann somit als Asenglaube übersetzt werden. Der Begriff wird in seiner ursprünglich dänischen Form (Åsetro) auf Edvard Grieg zurrückgeführt.
Vgl: Maréchal, 2010, S. 201.

[12] Der Verein wurde 1973 als offizielle Religionsgemeinschaft auf Island anerkannt. Der Gemeinde gehören etwa 1500 Mitglieder an und es existieren mehrere Tempelanlagen.
Vgl. Broder, Henryk M. - Ásatrú-Religion auf Island. Weisheit der Wikinger, Auf: http://www.spiegel.de, 28.05.2010. Anm.: Hierbei handelt es sich um keine wissenschaftliche Quelle, sondern lediglich um einen kurzen, journalistischen Reisebericht Broders.
http://www.asatru.is/, Stand Oktober 2010.

[13] Verein für germanisches Heidentum. Der VfgH wurde 1995 zunächst als Ableger des britischen Odinic Rite als Odinic Rite Deutschland gegründet. 2004 wurde eine vollständigen Loslösung vom britischen Odinic Rite beschlossen und 2006 kam die Namensänderung in „Verein für germanisches Heidentum“ zu Stande.

[14] Steinbock verweist auf die Namenslosigkeit germanischer Religiösität, bei welcher vor allem der Kult im Mittelpunkt stand und religiöse Praktiken als Teil des Lög ok Siðr (altn. Recht und Sitte) verstanden wurden.
Vgl: Steinbock, Fritz: Das heilige Fest - Rituale des traditionellen germanischen Heidentums in heutiger Zeit, Hamburg, 2004.

[15] Gründer, 2008, S. 59ff.

[16] ebenda

[17] So wird im Jahre 2011 wieder ein Ostara-Treffen stattfinden.

[18] Das altnordische Wort Blót steht allgemein für Ritual oder Feiertag. Ritualleiter kann jeder Teilnehmer sein, der sich dazu befähigt fühlt. Die Struktur des Blóts ist in der Regel ein drei-Stufenmodell: Eröffnung, Opferung und Aufhebung des Blóts.

[19] Stand: Oktober 2010, Vgl. www.eldaring.de und Gründer, 2008.

[20] Zudem wurde 2009 mit der Streichung des Absatzes „Zusammenarbeit mit dem internationalen Troth“ jegliche Erwähnung des amerikanischen Vereins aus der Satzung des Eldarings entfernt. Diese Informationen liegen mir als Eldaring-Mitglied anhand von Mitgliederversammlungsprotokollen vor.

[21] Vgl. Maréchal, 2010, S. 206.

[22] Steinbock, 2004, S.234.

[23] Peters, Tim: Folkish oder nicht? Auf: http://eldaring.de/modules.php?name=Content&pa=showpage&pid=8, Stand: Januar 2008.

[24] ebenda

[25] Aus dem Selbstverständnis des Eldarings: „Politischer Extremismus von links oder rechts, Rassismus und Sexismus werden im Eldaring nicht geduldet; dies gilt sowohl für seine öffentlichen Verlautbarungen als auch für Veranstaltungen, die der Eldaring durchführt. Der Eldaring arbeitet nicht mit Personen oder Vereinigungen zusammen, die extremistische Ziele verfolgen.“
Vgl. http://www.eldaring.de/readarticle.php?article_id=6, Stand: Oktober 2010.

[26] Vgl. www.eldaring.de, Stand: Oktober 2010.

[27] Unbestimmte Zitate stammen im Folgenden aus meinen Interviews mit Tim Peters und Ralf Matthies. Im späteren Verlauf werde ich solche Zitate nur mit Tim Peters und Ralf Matthies kennzeichnen.

[28] Die Nordische Zeitung ist die regelmäßig erscheinende Zeitung der Artgemeinschaft GGG. Vgl. http://asatru.de/nz/, Stand: Oktober 2010.

[29] Friedrich Bernhard Marby entwickelte in den 1920ern auf Grundlage von der Lehre List's eine spezielle Runengymnastik.
Vgl. Schnurbein, Stefanie von: Göttertrost in Wendezeiten - Neugermanisches Heidentum zwischen New Age und Rechtsradikalismus, München, 1993, S.23.
Goodrick-Clarke, Nicholas, 1985.

[30] Der Mjölnir (altn.), auch Thorshammer ist ein Attribut des germanischen Gottes Thor. In der Wikingerzeit wurde der Thorshammer zum wichtigen Symbol nordgermanischen Heidentums. Dies bezeugen viele archäologische Funde von Mjöllnir-Amuletten.
Vgl. Simek, Rudolf: Lexikon der germanischen Mythologie, 2. erg. Auflage, Stuttgart, 1995, S.277.

[31] Vgl. Gründer, 2008.

[32] Im Sinne einer „unsichtbaren Religion“ (Luckmann) könne man z.B. bei der Mittelalter- oder Paganmetalszene möglicherweise schon von, dem Untersuchungsgegenstand verwandten Religionsformen sprechen. In dieser Hinsicht beachtenswert ist auch der große Zulauf des Internetforums des Eldarings, sowie die Anzahl von Nichtmitgliedern auf den Eldaring-Stammtischen.
Vgl. Luckmann, Thomas: Die unsichtbare Religion, Frankfurt am Main, 1991.

[33] Über die Person Thilo Kabus und seiner Mitgliedschaft im VfgH hat sich kritisch der Rabenclan, bzw. Berna Kühne-Spicer im Zuge des Ariosophie-Projekts des Rabenclans auseinandergesetzt.
Vgl. Kühne-Spicer, Berna: Der Odinic Rite Deutschland - Neuheidnische Religion im Spannungsfeld neurechter Religiösität, Auf: http://www.rabenclan.de/index.php/Magazin/KuehneSpicerORDKap62, Stand: Oktober 2010.

[34] „Es kann aber kein Zweifel daran bestehen, daß der Eldaring diese Person bei zukünftigen Veranstaltungen aufgrund ihrer Arbeit für eine rechtsextreme Partei und ihre Lebensgeschichte nicht tolerieren will und kann.“ (Auszug)
Vorstand des Eldaring e.V.: Erklärung des Vorstandes unerwünschte Person betreffend, Oktober 2006, Auf: http://www.eldaring.de/modules.php?name=Content&pa=showpage&pid=61, Stand: Januar 2008.

[35] Besonders das Symbol „Schwarze Sonne“ ist in der Szene stark umstritten, und wird in Ásatrú-Internetforen stark diskutiert. Ralf Matthies schreibt zur „Schwarzen Sonne“: „... dabei handelt es sich nicht um ein wirklich altes magisch-spirituelles Symbol. Die älteste Darstellung findet sich als Bodenmosaik in der Wewelsburg im Landkreis Paderborn und wurde zwischen 1938 und 1943 im Auftrag Heinrich Himmlers von KZ-Zwangsarbeitern erbaut. Man vermutet, daß merowingerzeitliche Zierscheiben als Vorbild gedient haben könnten. “
Vgl. Matthies, Ralf: Verbotene Symbole?, Auf: http://neunholz.de/?p=2448, Stand: Oktober 2010.

[36] Vgl. Gabriel, Vicky & Hofmann, Jessica: Teenwitch, Die wilde Magie der jungen Hexen, Engerda, 2002.

[37] Gründer, 2008, S. 52.

[38] Mit Rückgriff auf meine Erfahrungen mit dem Eldaring, diversen Fora, Publikationen oder Vereinspräsenzen im Internet, sowie meine bescheidenen Kenntnisse ausserdeutscher Verhältnisse, würde ich mich der Vermutung vorsichtig anschließen. Jedenfalls wäre dies länderübergreifend zu untersuchen.


Literatur:

Internetquellen:

Rechtsverbindliche Erklärung
Hiermit erkläre ich, daß ich die Hausarbeit alleine und ohne fremde Hilfe erstellt habe und daß ich keine wörtlichen Zitate übernommen oder textnahe Paraphrasen verwendet habe, ohne diese als solche zu kennzeichnen. Auch Übernahmen von Internettexten sind durch Site, Homepage und Datum kenntlich gemacht.


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