Neun Jahre Forn Siðr Dänemark
und der neue Jellingstein

Enthüllung des Gedenkstein anläßlich des neunjährigen Bestehens der Forn Siðr Danmark (Firnen Sitte Dänemarks)

Am 18.11.2006 errichtete Forn Siðr Danmark zu seinem neunten Jahresteig einen modernen Runenstein in Jelling.

Anlässlich der Errichtung und Enthüllung des Steines hielt die damalige Vorsitzende der Forn Siðr Danmark (Firnen Sitte Dänemarks), Linda Nørgaard, eine Ansprache deren Wortlaut in deutscher Übersetzung sowie im dänischen Original hier wiedergegeben wird.

Der Runenstein befindet sich unmittelbar neben der Landstraße Fårupvej 38 in Jelling (siehe Bild).


Der neue Jellingstein

Der neue Jellingstein


Deutsche Übersetzung der Rede:

Liebe Freunde, liebe Gäste,

Wenn man, um es bildlich auszusprechen sagt, daß etwas in Stein geschrieben steht, dann gilt es als gewiss, sicher und steht sicherlich nicht in Frage. Wir stehen heute hier, um ein Kunstwerk mit einen in Stein gemeißelten Schriftzug zu enthüllen, der eine ganz bestimmte Botschaft überbringt. Was der Schriftzug auf dem Stein besagt, darauf werde ich später zurückkommen. Zunächst möchte ich kurz auf die Hintergründe des Kunstwerks eingehen und warum wir an einem November-Vormittag hier in Jelling stehen.

Vor genau neun Jahren wurde Forn Siðr in dem schönen Ort Mols von 12 Menschen aus ganz Dänemark gegründet. Und an diesem Wochenende feiern wir unseren Jahrestag: nach neun Jahren, mit etwa 600 Mitgliedern, mit einer staatlichen Anerkennung als Religionsgemeinschaft und mit viel errungener Erfahrung. So ist dies ein freudiges Ereignis.

Ich kann Ihnen garantieren, daß das Kunstwerk ausgesprochen schön ist und wir sehr stolz darauf sind, es der dänischen Bevölkerung im Namen von Forn Siðr zu übergeben. Das klingt soweit alles nach Frieden und Harmonie. Doch, lenkten die Pläne für dieses Kunstwerk eine große Aufmerksamkeit auf sich und erregten sogar Wut in einigen Kreisen.

Seitdem wir im Vorjahr versucht haben, gemeinsam mit der Gemeinde Jelling einen Standort für den Stein ausfindig zu machen, gab es Schlagzeilen über den Streit zwischen Christen und Ásatrú-Anhängern, und jedes Mal, wenn ich mit Journalisten gesprochen habe, wurde ich gefragt ob wir das, was wir tun, nicht auch machen um zu provozieren. üblicherweise habe ich ihnen geantwortet, daß wir, wenn es als Provokation gedacht wäre, nicht so viel Geld für so ein schönes Kunstwerk bezahlt hätten, sondern nur einen umgestürzten Güterwagen oder einen gigantischen Phallus aufgestellt hätten. Nun ist es doch ziemlich interessant, warum manche solch ein feines Angebot und ein so schönes Kunstwerk als Provokation auffassen können. Die Schlussfolgerung, zu der ich nun gekommen bin, und hierbei spreche ich nur für mich selbst, ist daß ich glaube beobachtet zu haben, daß eine Provokation einfach dadurch entsteht, wenn man Ásatrú durch christliche Augen betrachtet. Und wir dürfen uns nicht einbilden, daß da nicht noch mehr in den christlichen Augen des heutigen Dänemarks ist, als man so zu denken glaubt.

Wir leben in einer Gesellschaft, die einerseits eine Trennung von Staat und Kirche vorgibt, in der jedoch andererseits Menschen die Mehrheit bilden, die an einen absoluten und allwissenden Gott, Erbsünde und eine sogenannte Erlösung glauben. Und ich habe erreicht, daß wir Ásatrú-Anhänger durch unsere nackte Existenz in ihren Augen eine Provokation darstellen. Nachdem wir also Unruhe gestiftet haben, haben wir es in Erwägung gezogen so etwas wie einen modernen Runenstein in Jelling zu errichten, da dort bereits ein vergleichbarer Stein steht, auf dem eine gewisser Harald Blauzahn erklärt, die Dänen zu Christen gemacht zu haben. Es ist also nicht der Stein selbst, um den es geht, sondern das was er bedeutet. Und hier sehe ich mich gezwungen klar zu unterscheiden. Wenn unsere bloße Anwesenheit und unser Wunsch, ein Teil der religiösen Landkarte Dänemarks zu sein, und damit zum Beispiel das Recht unseren Glauben mittels Kunst auszudrücken, bereits eine Provokation darstellen, ja dann wollen wir eben provozieren. Wenn die Tatsache, daß wir viele Götter verehren und den christlichen Gott nicht erkennen, in sich selbst eine Provokation ist, dann wollen wir provozieren.

Nun sei gesagt, daß wir tatsächlich erlebt haben, daß sich viele Dänen wirklich über diesen Stein gefreut haben, und das Runenstein-Projekt sowie Forn Siðr als Organisation als sympathisch oder interessant, jedoch gar nicht als provokativ empfanden. Die Wut gegen das Projekt, der wir entgegnen mussten, hatte, soweit ich das beurteilen kann, christlich Absender. So ist es nicht der so genannte durchschnittliche Däne, der etwas dagegen hatte, daß wir unserem Jubiläum künstlerisch Ausdruck verleihen. Es waren Christen, christlich inspirierte Gruppen und Einzelpersonen. Und hier bin ich wieder gezwungen es frei heraus und auf gut-jütländisch zu sagen: So können wir uns nicht behandeln lassen. Deshalb hoffe ich, daß das Kunstwerk, welches Sie bald zu sehen bekommen dürfen, etwas zur Freude und zum Vergnügen sowohl für die Forn Siðr-Mitglieder, als auch für alle anderen in der näheren Umgebung darstellt, die entweder außergewöhnliche Kunst schätzen oder es gutheißen, daß es auch Raum für den alten Brauch in diesem Land gibt.

Bei Forn Siðr missionieren wir nicht, und das bedeutet, dass wir glauben, daß Ásatrú etwas ist, zu dem man auf eine oder andere Weise selbst finden muß. Ich persönlich glaube jedoch, daß sehr viele Menschen mehr die firne Sitte in sich tragen werden, wenn sie nur den Mut dazu aufbringen, den festen gesellschaftlichen Rahmen und die Erwartungen vieler Mitmenschen abzustreifen. Es ist auch nicht so, daß der Stein dazu beitragen soll, die Menschen zu Ásatrú bekehren oder auf irgendeine Weise jemanden eine auszuwischen. Ich hoffe jedoch, daß der Stein auf viele verschiedene Arten eine Inspirationsquelle sein wird. Daß der Stein nun fertig aufgestellt und bereit ist, ans Licht zu kommen, ist weitestgehend der Verdienst von Forn Siðr. Darum möchte ich meinen großen Dank an Filip Møller, der dieses Kunstwerks erstellt hat, aussprechen. Er hat sehr hart daran gearbeitet und wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Vielen, vielen Dank.

Ich möchte auch Sanne und Jan meinen Dank ausdrücken, denen das Stück Land gehört, auf dem der Stein nun steht. Sanne und Jan haben mit Ásatrú überhaupt nichts am Hut, aber ich denke, daß ich ohne sie damit zu beleidigen, sagen kann, daß sie einen gut Sinn für die heidnischen Werte besitzen. Einfach, weil sie uns mit ihrem offenem Geist allein dadurch helfen, indem sie uns einen Platz zur Verfügung stellen, weil sie denken, daß wir das Recht dazu haben. Und ich danke Ihnen dafür.

Wir haben gerade gesungen: Ich sehe die wellenweißen Inseln, so wie es vor etlichen Jahren zu einen völlig anderen Anlass geschrieben wurde. Ich denke jedoch, dieses Lied vermittelt ein gutes Augenblicksbild über das Land, in dem wir nicht nur einfach wohnen, sondern dessen jüngere Geschichte wir als aktiver Teil auch mitgeschrieben haben. Wir sind Zwerge auf des Kämpen Schultern. Unser moderner Runenstein wird nun in Forn Siðrs Jugendzeit gesetzt, aber wir hoffen, daß er für viele Jahre stehen und auf entsprechende Resonanz stoßen wird, nicht nur in Jelling und Jütland, sondern in ganz Dänemark.

Und in Kürze wird der genaue Wortlaut der Inschrift des Runensteins aufgedeckt werden. Dort steht dann, daß der Stein errichtet wurde zum Gedenken an diejenigen, die den Faden zu den Mächten wieder geknüpft haben. Hinter diesen Worten soll man selbstverständlich in erster Linie eine Ehrung der nordischen Götter und Mächte selbst lesen.

Der Stein wird in Kürze enthüllt werden, aber letzte Nacht wurde er den Göttern geweiht, und schon eine ganze Weile davor, ist das Sonnenrad auf der Spitze des Steines seiner selbst geweiht worden.

Ich wurde einmal von einem Journalisten gefragt, ob dieses Kunstwerk denn Religion oder Kunst sei? Darauf konnte ich nur entgegnen, dass es beides ist.

Man kann auch wieder und wieder solche finden, die uns fragen, ob wir wirklich an unsere Götter glauben? Auch zu denen kann ich nur sagen, ja wir glauben.
Das steht nun in Stein gemeißelt! Ein Hoch auf die Mächte!

Linda Nørgaard

Vorsitzende des Forn Siðr

Der genaue Wortlaut der Inschrift des Steins:
Forn Siðr setzte diesen Stein zu Ehren der Männer und Frauen, die den Faden zu den Mächten der alten Sitte wieder geknüpft haben.

Weitere Impressionen vom Runenstein:

Der neue Jellingstein

Vor der Enthüllung...

Der neue Jellingstein

...und nach der Enthüllung


Die Runeninschrift

Die Runeninschrift


Die Runeninschrift

Das Schild mit der Inschrift

Sonnenrad

Ein Sonnenrad ziert die Spitze des Steines

Der neue Jellingstein

Der Stein ist ein Sinnbild Hvergelmirs

Afsløringen af jubilæumsstenen

Dänischer Originalwortlaut :
Den 18/11-2006 rejste Forn Siðr en moderne runesten i Jelling.
Her kan du se et billede af stenen samt læse den tale, som formand Linda Nørgaard holdt ved afsløringen. Stenen er placeret på adressen Fårupvej 38 i Jelling:

Kære frænder, kære gæster

Når man i overført betydning siger, at noget står skrevet i sten, mener man, at det er sikkert og vist og helt ufravigeligt. Vi står her i dag for at afsløre et kunstværk og en tekst, der står skrevet i sten - i helt konkret betydning. Hvad der står på stenen, vender jeg tilbage til senere. Først vil jeg gerne ganske kort opridse baggrunden for kunstværket og baggrunden for, at vi står her i Jelling sådan en novemberformiddag. For præcis 9 år og nogle få dage siden blev Forn Siðr stiftet på det smukke Mols af 12 personer fra hele landet, og i denne weekend kan vi så altså fejre jubilæum, 9 år, næsten 600 medlemmer, en godkendelse som trossamfund og en masse oplevelser senere. Det er altså en glædelig begivenhed[. J]eg kan garantere jer for, at kunstværket er smukt, og vi er meget stolte af at lægge det frem for Danmarks befolkning med Forn Siðr som afsender. Det lyder vel alt sammen fredeligt og behageligt. Ikke desto mindre har planerne om dette kunstværk vakt stor opsigt og endog vrede i visse kredse. Lige siden vi i foråret forsøgte at indlede et samarbejde med Jelling Kommune om en placering, har vi oplevet overskrifter om strid mellem kristne og asatro, og hver gang jeg har talt med journalister er jeg blevet spurgt, om det da ikke også bare er noget, vi gør for at provokere. Jeg har typisk svaret dem, at hvis det var ment som en provokation, ville vi nok ikke have betalt så mange penge for et smukt stykke kunst, men i stedet have opstillet en væltet godsvogn eller en gigantisk fallos. Det er nu alligevel interessant, hvorfor nogle opfatter sådan et fint tilbud og sådan et fint kunstværk som en provokation. Den konklusion, jeg er nået frem til, står for min egen regning, men jeg synes at have iagttaget, at provokationen opstår, når asatro beskues gennem kristen optik. Og vi må ikke bilde os ind, at der ikke er mere kristen optik i dagens Danmark, end man måske sådan lige tænker på. Vi lever i et samfund, der endnu har en adskillelse af kirke og stat til gode, og hvor folk, der tror på en enevældig og alvidende gud, arvesynd og såkaldt frelse[,] har forrang og fylder mest. Og det jeg er nået frem til er, at gennem deres optik udgør vi asatro en provokation ved vores blotte tilstedeværelse. Når det altså har skabt vrede, at vi så meget som kunne overveje at rejse en såkaldt moderne runesten i det Jelling, der allerede har en sten stående, hvorpå en vis Harald erklærer danerne kristne, er det ikke stenen i sig selv, det handler om, men det den betyder. Og her er jeg altså nødt til at skære klart igennem. Hvis vores blotte tilstedeværelse og vores ønske om at være en del af det religiøse danmarkskort[,] og f.eks. have lov til at udtrykke vores tro gennem kunst[,] er en provokation, ja så ønsker vi at provokere. Hvis det er en provokation i sig selv, at vi dyrker mange guder og ikke anerkender den kristne gud, ja så ønsker vi at provokere.
Når det er sagt, så har vi faktisk oplevet, at virkelig mange danskere har glædet sig til denne sten, og fundet Forn Siðr og projektet sympatisk eller interessant og i hvert fald ikke provokerende. Den vrede over projektet, som vi har mødt, har så vidt jeg kan vurdere haft kristne afsendere, så det er altså ikke såkaldt almindelige danskere, der har haft noget imod, at vi markerer vores jubilæum kunstnerisk, men kristne eller kristent inspirerede grupper eller enkeltindivider. Og her er jeg igen nødt til at sige det lidt kort og kontant og på rungende jysk: Det kan vi altså [ikke] tage os af. Derfor håber jeg også, at det kunstværk, som I snart får lov til at se, vil være til glæde og til gavn, til fryd og til fornøjelse for både Forn Siðrs medlemmer, alle i lokalområdet og enhver anden, der enten sætter pris på spændende kunst eller på at der er plads til den gamle skik her i landet. I Forn Siðr er vi ikke-missionerende, og det betyder, at vi mener, at asatro er noget man på [den] ene eller anden måde skal finde i sig selv, men jeg mener i hvert fald personligt, at der var mange flere, der ville tage den forne sæd til sig, hvis de havde mod til at kaste de faste rammer og folks forventninger af sig. Det er altså ikke stenens formål at være medvirkende til at omvende folk til asatroen eller på nogen måde trække noget ned over hovedet på nogen, men jeg håber, at stenen vil være til inspiration på mange forskellige måder.
At stenen nu er færdig og rejst og klar til at komme frem i lyset, er langt fra kun Forn Siðrs fortjeneste. Jeg vil derfor gerne sige en stor tak til Filip Møller, der har lavet kunstværket. Han har arbejdet hårdt, og vi er yderst tilfredse med resultatet. Tusind, tusind tak.
Jeg vil også gerne sige tak til Sanne og Jan, der ejer det stykke jord, stenen står på. Sanne og Jan er ikke asatro overhovedet, men jeg tror godt, at jeg kan sige uden at fornærme dem, at de har udvist gode hedenske værdier ved at åbne deres verden for os og være med til at give os plads, bare fordi det synes de, at vi skal have lov til. Og tusind tak for det.
Vi har lige sunget "Jeg ser de bøgelyse øer", som godt nok er skrevet for en hel del år siden ved en helt anden lejlighed, men som jeg synes giver et dejligt øjebliksbillede af det land, som vi ikke bare bor i, men som vi er en aktiv del af, og af den historie, som vi er nyeste led i. Vi er dværge på kæmpers skuldre. Vores moderne runesten bliver rejst endnu i Forn Siðrs ungdomsår, men vi håber, at den vil stå i mange år og vække klangbund ikke kun i Jelling og Hovedlandet, men i hele Danmark.
Om lidt bliver den nøjagtige ordlyd af stenens runetekst afsløret. Der står, at stenen er rejst til hyldest for dem, der igen knyttede tråden til magterne, men bag disse ord skal selvfølgelig først og fremmest læses en hyldest til de nordiske guder og magter. Stenen bliver først afsløret om lidt, men i nat blev den indviet til magterne, og allerede for et godt stykke tid siden blev solhjulet på toppen indviet for sig selv. Jeg blev på et tidspunkt spurgt - også af en journalist - om det her kunstværk var religion eller kunst. Jeg kunne kun svare, at det er begge dele. Der er også stadig nogle, der kan finde på at spørge, om vi virkelig tror på vores guder, og til dem kan jeg kun sige ja, vi tror. Det står skrevet i sten! Hil magterne!

Linda Nørgaard
Formand for Forn Siðr


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