De Hullefransnocht

Guckt naus, wie's widder amoal schneit u stürmt
u dar Wiend n' Schnea vur de Häuser türmt!
S' glitzert u fünkelt in dr Dammering,
n' Durf nauf u ro is a Gflüchl u Gspring,
A jeder wäß, es is Hullefransnocht,
es Uhäl muß naus, u s' Glück wird gebroacht.
Drei Schleach uff'n Buckel, ihr ward's derlaan,
die wird's heint nit nen ämoal gann.
De Kinner drückn de Nosn nu de Scheim:
Wu nen de Hulleweiwer su lang blein?
Vu de Decher faach's, u es pfeift üm's Haus,
känn Hund jöcht' mer bei su an Water naus!
U langa weißa Schwodn ziehn verbei-
ku's Fra Holle mit'n Geisterna gsei?
Seaht ihr denn nit die gfahrlichn Gsichter?
Es leäßt sich nieder, dos ganz Gelichter!
Nu brüllt's "Eins-zwei-drei-jaaa" in jedr Eck,
doamit wenn's a erscht Jungk u Old deschreck.
A Weißa springt rei mit Larpfn u Schärm,
nach dr will Jaacher mit an heidn Lärm.
U fix künnt a ganzer Schwarm hinterdrei,
Vüchlsteller, Taüfl u Hex sänn debei.
Denoach saust a kühlschwarzer Neecher rei,
dar friert goar arch, u a Schnapsla muß bei.
Nu rammlt nuch wos dara Tröppn rauf,
a Tanzbaar is' - dar führt sich frei auf!
Bis üm Naü gätt's zu wie in Taumaschlooch.
Nu fahlt de Will u de Ströahra nuch.
U wallich, es raschlt! - Gleich is' sa doa,
vu Kopf bis Fuß eigewickelt mit Stroah.
Für'n Hünnerstool zerrt's Fräla Helmla raus,
doa leechn de Hünner nümma namnaus.
Uff ämoal is daus de Strass a Gebrüll.
Mit ara garschtichn Larpfn künnt nu de Will.
Herner hot' sa u su a fazn Maul,
ganz zötlicha Hoar u Zeah wie a Gaul.
De Kerber is schwoarz, kä Flackla meah hall,
üm Bauch rümgewicklt a Katzafall.
Die schnurrt u höet nuch dreimoal tüchtig drauf,
nu sännde böasn Geister aus än raus.
A ganz Joahr hot es Durf widder Ruh,
de Mudder schließt zunner de Haustür zu.

von Lilli Schneider (in hennerbergischer Mundart) aus Arno Martin - Die Nacht der Hullefrauen

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