Das Thüringer Königreich

Einleitung

Die Wurzeln der alten Thüringer - der Duringi (Düringe) - liegen ein wenig im Dunkeln. Über ihre Ethnogenese weiß man leider nur recht wenig. Ihr Name erscheint ersmals um das Jahr 380 in dem Lehrbuch Digestorum artis mulomedicinae libri, einer Schrift über Pferdeheilkunde, die von dem in Konstantinopel lebenden Schriftsteller Vegetius Renatus verfasst wurde.
Erst etwa 70 Jahre später werden die Düringe ein weiteres mal von Sidonius Appolinaris als Verbündete des Hunnenkönigs Attila bei der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern erwähnt.
Wahrscheinlich sind sie als ein Stamm aus der Stammesgruppe der Sueben aufzufassen. Laut Kapitel 38 der Germania des Tacitus aus dem Jahre 98, gehöhrten alle elb- und ostgermanischen Germanenstämme südlich der Suebischen See (lat. Mare Suebicum), d.h. der Ostsee, in dem Gebiet, daß in etwa von den Flüssen Elbe, Weichsel und Donau begrenzt wird zu dem Stammesbund der Sueben. Tacitus rechnete die Semnonen, Langobarden, Reudigner, Avionen, Anglier, Variner, Suardonen, Nuitonen, Hermunduren, Naristen, Markomannen, Quaden, Marsigner, Burer und die Lugier zu ihnen. Die Hermunduren galten ihm als das vorderste, die Semnonen als das edelste, angesehenste und älteste und die Langobarden als das kühnste unter den suebischen Völkern. In der Einleitung seiner Schrift erwähnt Tacitus, daß die Sueben wahrscheinlich direkt von Mannus abstammen, dem Stammvater aller Germanen und Sohn des der Erde entsprossenen Gottes Tuisto. Doch dazu später mehr. Es wurde viel spekuliert über eine mögliche Abkunft der Düringer von den Hermunduren. Dies hat sich jedoch nicht bestätigen lassen. Das Siedlungsgebiet der Hermunduren wird heute in etwa auf den Gebiet der heutigen Slowakei verortet. Im Thüringer Becken haben sie wahrscheinlich nie gesiedelt.
Im 2. und vor allem im 3. Jahrhundert wanderten ingwäonische Stämme, Angeln aus Jütland und Schleswig und Warnen aus Holstein und Mecklenburg, in den thüringsichen Raum ein. Die Angeln siedelten überwiegend an Saale und Unstrut, auf Hainleite, Schmücke und Gotha. Ortsnamen auf -engel und -leben sind Zeugnisse einer anglischen Siedlung. Beispiele hierfür sind Feldengel, Kirchengel, und Westerengel sowie Andisleben, Wandersleben und Nottleben. Die Warnen siedelten mehr ostwärts von Elbe und Saale. Beispiele für warnische Ortsgründungen sind Warnstedt und Wahren. Beide Stammesgruppen sind vollkommen in den Düringern aufgegangen, was Cassidor 506/507 bezeugt.


Alamannen, Sueben und Düringer

Bevor auf die etymologischen Wurzeln des Namens der Thüringer eingegangen werden soll, möchte ich zunächst die Namen der weithin als Stammesverbände betrachteten Alamannen und Sueben näher beleuchten, da dies für die (nicht nur) von mir aktuell (2012) favorisierte Deutung des Thüringernamens von Bedeutung ist. Diesbezüglich gibt es eine gute Veröffentlichung von Ludwig Rübekeil im Ergänzungsband zum Reallexikon der germanischen Altertumskunde - Alemannien und der Norden. Unter den Titel Was verrät der Name der Alamannen über ihren Ethnos? deutet er die Namen der Alamannen und Sueben in einen deutlich weiter gefassten Rahmen.
Sowohl bei dem Namen Alamanni als auch Suebi handelt es sich um Selbstbezeichnungen, die damit einer ethnozentrischen Sicht entsprechen, im Gegensatz zu dem Begriff der Germanen der offensichtlich ein lateinischer Ausdruck ist und auf das lateinische Wort germanus - echter, leiblicher Bruder zurückgeht.
Die erste urkundliche Erwähnung des Alamannen-Namens finden wir bei Cassius Dio im Jahr 213, d.h. knapp 50 Jahre vor dem Fall des obergermanisch-raetischen Limes und bereits vor der vermeintlichen Ethnogenese der Alamannen in den von ihnen nach dem Limesfall eroberten und besiedelten Gebieten.
Rübekeil sieht in der Alamannen-Ethnogonie eine Fortsetzung der Anthropogonie im Sinne einer Mannus-Ethnogonie. Diese Mannus-Anthropogonie ist in der Germania (Kapitel 2) des Tacitus überliefert...

Mit alten Liedern, die bei ihnen (den Germanen/Sueben/Alamannen) die einzige Art der Erinnerung und geschichtlichen Überlieferung sind, zelbrieren sie Tuisto, einen der Erde entsprossenen Gott. Ihm schreiben sie einen Sohn Mannus zu, den Ursprung und Gründer der Abstammungsgemeinschaft. Dem Mannus schreiben sie drei Söhne zu, nach deren Namen die dem Ozean Nächsten Ingaevones, die in der Mitte Herminones, die übrigen Istaevones genannt sein sollen.


Mannus Söhne - Zeichnung von Carl Larsson (1853-1919) und Justus Peterson (1860-1889)
(Gemeinfreies Bild - Wikimedia Foundation)

Der Lat.-germ. Mannus stellt hier die Latinisierung eines westgermanischen Nom. Sg. *mann - Mann, Mensch (ahd., as. man, ae. man[n], mon[n]), Akk.Sg. *mannun dar. Demnach ist der hier beschriebene Mannus als der erste Mensch überhaupt aufzufassen, der von dem Gott Tuisto abstammt. Seine drei Söhne, deren Namen aus den Stammesbezeichnungen abgeleitet werden können, sind *Ingaevo, *Hermino und Istaevo, die wiederum die Stammväter der drei Großstämme sind.
Hier gelangen wir nun zu dem Grundtypus der ethnozentrischen Selbstbenennung. So bedeutet der Eigenname der Inuit einfach nur echte, wirklich Menschen während die zeitweise geläufigere, von den benachbarten Algonkinindianern übernommene, Fremdbezeichnung Eskimo Rohfleischfresser meint und die Bezeichnungn der Wikinger für die Inuit Skrælingar soviel wie schwächliche, magere, eingetrocknete (im Sinne von faltige) Person bedeutet.
In Analogie zu den Eskimos finden wir auch bei den Germanen die Bezeichnung -manni im Sinne von Menschen (abgeleite von *Manniz) als Namensbestandteil von Stammesnamen. So z.B. bei den Marcomanni bzw. Markomannen. Ihr Name bedeutet soviel wie Menschen - manni, die in einer Grenzregion, in einer Mark - markô leben. Bei dieser Stammesbezeichnung stellt sich nun die Frage, wie sich im Gegensatz zu den Menschen der Grenzregion, die Menschen im Zentrum selbst bezeichneten... man mag es erahnen: Alamanni. In dieser Bedeutung finden wir das Wort bei Zosimos und Herodian in Verwendung, die mit den Alamanni zumindest alle Germanen bzw. die Gesamtheit der Germanen bezeichneten. Das Vorderglied *ala- (bitte nur mit einem -l-) trägt die Bedeutung von ganz oder universell. Im Gotischen ist der Begriff alamans mit der Bedeutung die gesammte (christliche) Menschheit zu finden. Die Alamannen sind demnach einfach die gesamte Menschheit, zumindest in dem Sinne all der Menschen, die den Mythos einer Abkunft von Mannus teilten. Erst nach dem Limesdurchbruch und der Besiedlung des ehemaligen römischen Gebietes im heutigen Süddeutschland und der Schweiz bzw. Frankreichs (Elsaß) wurde aus diesem kleinsten gemeinsamen Nenner eine Stammesbezeichnung.

Ähnlich verhält es sich mit dem Namen der Sueben. Bei dem Sueben-Namen handelt es sich um einen Begriff, der in etwa soviel wie die sich selbst Seienden oder die, die sich selbst gleich sind bedeutet. Hier haben wir gerade die Urform des süddeutschen Sprichwortes mir sin mir (wir sind wir). Die Sueben sind also einfach die, die sie selbst sind. Das englische Wort self-being kommt in den modernen Sprachen der rekonstruierten Form *suê-bhuo wahrscheinlich sehr nahe.
Auch dieser Begriff gilt als Selbstbezeichnung aller Germanen, da der Sueben-Begriff einen großen Teil, wenn nicht sogar die gesamte Germania abdeckt (Rübekeil, Ludwig. 1992. Suebica -Völkernamen und Ethnos). Bis heute gehen die Namen der Schweiz, Schwabens und Schwedens (Sve-ar) auf diesen Namen zurück. Das Mare Suebicum d.h. das Meer der Sueben war eine gängige Bezeichnung für die Ostsee, und in der Dietrichsaga wurde der Harz als Svavaskogr d.h. als Suebenwald bezeichnet.

So kann man an dieser Stelle zusammenfassen, daß unabhängig von der Stammeszugehöhrigkeit alle Germanen zumindest alle Elbgermanen als Alamannen und Sueben aufzufassen sind. Doch kommen wir nun zu dem Namen der Thüringer...

Fortsetzung folgt...



Das Thüringer Königreich

Das Königreich der Düringer war wahrscheinlich das erste germanische Königtum außerhalb des Römischen Reiches. Auch sein Beginn liegt im Dunkel der Geschichte. In alten Schriften werden verschieden Herrscher genannt: Merovech (Märwig), Titus, Heroldus, Widelphus, Weibel, Binhart, Hogerle, Erpes, Hoyer, Otterich und Gunther. Gesichert sind nur die letzten beiden Generationen. König Bisinus ( auch Basinus, Besinus, Bisin oder langobardisch Pisen) regierte etwa von 450-505. Er hinterließ drei Söhne: Baderich (505-515), Berthachar (505-529) und Herminafried (auch: Hermenefred, Erminafried, Irminfried; geb. vor 485; gest. 534 in Zülpich/Tolbiacum) , die anfänglich gemeinsam das Land regierten, sowie ein Tochter namens Radegund/Radegunde (nach Paulus Diaconus auch Rathecunda, Ranicunda, Radicunda oder Radegunda). Durch die fränkische Eroberung des Thüringerreiches unter den in Metz residirenden Frankenkönig Theuderich fand das thüringische Königreich am 1. Oktober 531 sei jähes Ende. Der untergetauchte letzte Thüringerkönig Herminafried wurde 534 zu Verhandlungen nach Zülpich/Tolbiacum gelockt und dort ermordet. Der Sage nach wurde er unmittelbar durch den Helden Iring gerächt.

Herminafried und Iring haben ihren Platz in den Heldenliedern gefunden. Sowohl im hochmittelalterlichen Nibelungenlied (Vers 2083 ff) als auch in der Bearbeitung von Friedrich Hebbel spielen die Krieger Iring und Irnfrit bzw. Iring und Thüring eine Rolle in der Schlacht am Hof des Hunnenkönigs, als Verbündete von Etzel und König Dietrichs von Bern. Das verschollenen Iringlied wurde von Felix Genzmer in dem Buch Vier altdeutsche Heldenlieder nachgedichtet.


Die etwaigen Grenzen des Thüringer Königreiches im Vergleich zum heutigen Freistaat Thüringen
(mit freundlicher Genehmigung von J. Gleichmann)

Sage von Irminfried, Iring und Dieterich

Der Frankenkönig Hugo (Chlodwig) hinterließ keinen rechtmäßigen Erben außer seiner Tochter Amelberg, die an Irminfried, König von Thüringen, vermählt war. Die Franken aber wählten seinen unehelichen Sohn Dieterich zum König; der schickte einen Gesandten zu Irminfried um Frieden und Freundschaft; auch empfing ihn derselbe mit allen Ehren und hieß ihn eine Zeitlang an seinem Hofe bleiben. Allein die Königin von Thüringen, welche meinte, daß ihr das Frankenreich mit Recht gehörte und Dieterich ihr Knecht wäre, berief Iring, den Rat des Königs, zu sich und bat ihn, ihrem Gemahl zuzureden, daß er sich nicht mit dem Botschafter eines Knechtes einlassen möchte. Dieser Iring war sehr stark und tapfer, klug und fein in allem Ratgeben und brachte also den König von dem Frieden mit Dieterich ab, wozu ihm die andern Räte geraten hatten. Daher trug Irminfried dem Abgesandten auf, seinem Herrn zu antworten, er möge doch eher sich die Freiheit als ein Reich zu erwerben trachten. Worauf der Gesandte versetzte: »Ich wollte dir lieber mein Haupt geben als solche Worte von dir gehört haben; ich weiß wohl, daß um derentwillen viel Blut der Franken und Thüringer fließen wird.«

Wie Dieterich diese Botschaft vernommen, ward er erzürnt, zog mit einem starken Heere nach Thüringen und fand den Schwager bei Runibergun seiner warten. Am ersten und zweiten Tage ward ohne Entscheidung gefochten; am dritten aber verlor Irminfried die Schlacht und floh mit den übriggebliebenen Leuten in seine Stadt Schiding, am Flusse Unstrut gelegen.

Da berief Dieterich seine Heerführer zusammen. Unter denen riet Waldrich, nachdem man die Toten begraben und die Wunden gepflegt, mit dem übrigen Heere heimzukehren, das nicht hinreiche, den Krieg fortzuführen. Es hatte aber der König einen getreuen, erfahrenen Knecht, der gab andern Ratschlag und sagte, die Standhaftigkeit wäre in edlen Dingen das Schönste, wie bei den Vorfahren; man müßte aus dem eroberten Lande nicht weichen und die Besiegten wieder aufkommen lassen, die sonst durch neue Verbindungen gefährlich werden könnten, jetzt aber allein eingeschlossen wären. - Dieser Rat gefiel auch dem König am besten, und er ließ den Sachsen durch Gesandte anbieten: wenn sie ihm ihre alten Feinde, die Thüringer, bezwingen hälfen, so wollte er ihnen deren Reich und Land auf ewig verleihen.

Die Sachsen ohne Säumen schickten neun Anführer, jeden mit tausend Mann, deren starke Leiber, fremde Sitten, Waffen und Kleider die Franken bewunderten. Sie lagerten sich aber nach Mittag zu auf den Wiesen am Fluß und stürmten am folgenden Morgen die Stadt; auf beiden Seiten wurde mit großer Tapferkeit gestritten, von den Thüringern für das Vaterland, von den Sachsen für den Erwerb des Landes. In dieser Not schickte Irminfried den Iring ab, Schätze und Unterwerfung für den Frieden dem Frankenkönig anzubieten. Dieterichs Räte, mit Gold gewonnen, rieten um so mehr zur Willfahrung, da die Sachsen sehr gefährliche Nachbarn werden würden, wenn sie Thüringen einbekämen; und also versprach der König, morgenden Tages seinen Schwager wieder aufzunehmen und den Sachsen abzusagen. Iring blieb im Lager der Franken und sandte seinem Herrn einen Boten, um die Stadt zu beruhigen; er selbst wollte sorgen, daß die Nacht die Gesinnungen nicht änderte.

Da nun die Bürger wieder sicher des Friedens waren, ging einer mit seinem Sperber heraus, ihm an dem Flußufer Futter zu suchen. Es geschah aber, daß der Vogel, losgelassen, auf die andere Seite des Wassers flog und von einem Sachsen gefangen wurde. Der Thüringer forderte ihn wieder, der Sachse weigerte ihn. Der Thüringer: »Ich will dir etwas offenbaren, wenn du mir den Vogel lässest, was dir und deinen Gesellen sehr nützlich ist.« Der Sachse: »So sage, wenn du haben willst, was du begehrst!« - »So wisse«, sprach der Thüringer, »daß die Könige Frieden gemacht und vorhaben, euch morgen im Lager zu fangen und zu erschlagen!« Als er nun dieses dem Sachsen nochmals ernstlich beteuert und ihnen die Flucht angeraten hatte, so ließ dieser alsbald den Sperber los und verkündigte seinen Gefährten, was er vernommen.

Wie sie nun alle in Bestürzung und Zweifel waren, ergriff ein von allen geehrter Greis, genannt Hathugast, ihr heiliges Zeichen, welches eines Löwen und Drachen und darüber fliegenden Adlers Bild war, und sprach: »Bis hierher habe ich unter Sachsen gelebt und sie nie fliehen gesehen; so kann ich auch jetzt nicht genötigt werden, das zu tun, was ich niemals gelernt. Kann ich nicht weiterleben, so ist es mir das liebste, mit den Freunden zu fallen; die erschlagenen Genossen, welche hier liegen, sind mir ein Beispiel der alten Tugend, da sie lieber ihren Geist aufgegeben haben, als vor dem Feinde gewichen sind. Deswegen laßt uns heut in der Nacht die sichere Stadt überwältigen.«

Beim Einbruche der Nacht drangen die Sachsen über die unbewachten Mauern in die Stadt, brachten die Erwachsenen zum Tod und schonten nur die Kinder; Irminfried entfloh mit Weib und Kindern und weniger Begleitung. Die Schlacht geschah am 1. Oktober. Die Sachsen wurden von den Franken des Sieges gerühmt, freundlich empfangen und mit dem ganzen Lande auf ewig begabt. Den entronnenen König ließ Dieterich trüglich zurückrufen und beredete endlich den Iring mit falschen Versprechungen, seinen Herrn zu töten. Als nun Irminfried zurückkam und sich vor Dieterich niederwarf, so stand Iring dabei und erschlug seinen eigenen Herrn. Alsbald verwies ihn der König aus seinen Augen und aus dem Reich, als der um der unnatürlichen Tat allen Menschen verhaßt sein müßte. Da versetzte Iring: »Ehe ich gehe, will ich meinen Herrn rächen«, zog das Schwert und erstach den König Dieterich. Darauf legte er den Leib seines Herrn über den des Dieterich, auf daß der, welcher lebend überwunden worden, im Tod überwände; bahnte sich Weg mit dem Schwert und entrann.

Irings Ruhm ist so groß, daß der Milchkreis am Himmel Iringsstraße nach ihm benannt wird

Das Ende des Königreichs Thüringen im Jahre 531

I. König Bisinus

Die Gegend, welche wir heute bewohnen, gehörte vor fast 1500 Jahren zum Königreich der Thüringer, das im Westen die Werra, im Osten die Saale und Elbe, im Norden den Harz und darüber hinaus die Flüsse Oker und Ohre, im Süden die Donau umfaßte. Es war ein angesehenes, mächtiges Reich, dessen Königshaus mit dem Langobardenkönig und den fränkischen Merowingern verschwägert und durch die Vermählung Irminfrieds mit Amalaberga, einer Nichte des Ostgotenkönigs Theoderich des Großen, verwandtschaftliche Beziehungen auch zu den Ostgoten gewann.

Um das Jahr 500 regierte über dieses Reich König Bisinus (Bisino). Als dieser starb, teilten sich seine drei Söhne das Reich: Baderich, der Älteste, erhielt den südlichen Teil, Berthar das Mittelstück zwischen Thüringer Wald und Unstrut, Irminfried den Teil nördlich der Unstrut bis zur Altmark. Irminfried wohnte auf der Scidingeburg, dem heutigen Burgscheidungen.

II. Irminfried und Amalaberga

Die Gemahlin Irminfrieds war Amalaberga, eine Nichte des mächtigen Ostgotenkönigs Theoderich, der in Ravenna in Italien seine Residenz hatte.

Amalaberga war ein ehrgeiziges, herrschsüchtiges und stolzes Weib. Sie war keineswegs damit zufrieden, daß ihr Gemahl nur einen Teil des Reiches erhalten hatte. Das ganze ungeteilte Reich wollte sie beherrschen! Darum bestürmte sie den König ständig, seinen Brüdern ihr Erbe zu entreißen und sich selbst zum Herrscher über ganz Thüringen zu machen. Aber noch fand sie bei Irminfried taube Ohren. Als Berthar bei einem Kriegszug gegen die benachbarten Franken um sein Leben gekommen war, glaubte sie, nun leichtes Spiel zu haben. Und als Irminfried eines Tages zum Mahle kam, fand er den Tisch nur halb gedeckt, und da er fragte, was das zu bedeuten hätte, erhielt er zur Antwort: "Wer nur das halbe Reich sein nennt, darf auch den Tisch nur halb gedeckt haben!"

Durch solche und ähnliche Reden aufgereizt, erhob sich schließlich Irminfried gegen seinen älteren Bruder Baderich.

Im geheimen schickte Irminfried Boten zu König Theuderich von Franken, ihn zur Teilnahme an diesem Kampfe und zum Bündnis mit ihm zu bewegen. "Wenn du Baderich tötest", so ließ er ihm ausrichten, "wollen wir sein Land zu gleichen Teilen unter uns teilen."

Theuderich kam mit Heeresmacht, und Baderich verlor in der Schlacht sein Leben.

Irminfried vergaß aber sein Versprechen und dachte nicht daran, es zu erfüllen.

III. Der Anfang vom Ende

Solches vergaß der Frankenkönig Theuderich nicht. Er verbündete sich mit seinem Bruder Chlothar, der als König über Neustrien herrschte. Er sah aber seine Stunde erst gekommen, als Theoderich der Große nicht mehr unter den Lebenden weilte und die Franken ihn nun nicht mehr zu fürchten brauchten, um gegen Irminfried zu ziehen und ihn wegen seines Wortbruchs zu strafen.

So fielen Theuderich mit Theudebert, seinem Sohn, und seinem Bruder Chlothar in Thüringen ein.
Die Thüringer erwarteten die Franken bei Runibergun, an der Grenze ihres Reiches. Zwei Tage währte der Kampf ohne Entscheidung, am dritten wurde Irminfried zum Rückzug gezwungen. Die Thüringer bezogen bei Mühlhausen und Langensalza neue Verteidigungsstellungen. Und dort, wo sie den neuen Angriff der Franken erwarteten, hatten sie tiefe Löcher ausgehoben und wieder mit grünem Rasen überdeckt, so daß viele von den fränkischen Reitern hineinstürzten und der Angriff ins Stocken geriet. Aber die Franken kamen bald hinter diese List und brachten den Thüringern eine große Niederlage bei.

Da mußte sich Irminfried mit seinen Kriegern zurückziehen, und viele wurden dort, wo die Unstrut unfern ihres Ursprungs unreguliert und eine große Tiefe'noch nicht haben konnte, niedergemetzelt, so daß das flache Flußbett von ihren Leichen gefüllt und an seichten Stellen Erschlagene und Schwerverwundete schließlich eine Stauung herrvorriefen, die den nachfolgenden Franken ermöglichte, darüber wie auf einer Brücke an das andere Ufer zu gelangen. Auch das Wasser der Unstrut hatte sich blutrot gefärbt.

Nach der Flucht der Thüringer in ihre Burg rief König Theuderich seine Heerführer und fragte sie um ihre Meinung, ob er Irminfried weiter verfolgen oder heimkehren sollte. Einer riet zum Abzug, ein anderer zum Bleiben und zur Fortsetzung des Kampfes.

Dessen Rede gefiel dem König und allen, die nach reicher Beute und Siegesruhm begierig waren. Man blieb im Lager, und eine Botschaft ging zugleich zu den Sachsen mit dem Erbieten, wenn sie König Theuderich Hilfe brächten wider Irminfried und die Thüringer, er ihnen den nördlichen Teil des besiegten Landes als ewigen Besitz überlassen würde.

Die Sachsen säumten nicht und schickten sogleich neun Heerführer mit jeweils tausend Mann, die bei den Franken durch ihren Wuchs und ihre Haltung, durch ihre Kleidung und ihre Waffen Aufsehen erregten.

Einige fränkische Heerführer äußerten beim Anblick der unbändigen Sachsen Bedenken und warnten König Theuderich, daß diese, hätten sie erst Irminfried besiegt, sie auch bald das Reich der Franken vernichten würden. Der König dachte aber nur an den augenblicklichen Nutzen, deshalb nahm er die Hilfe der Sachsen an und gebot ihnen, sich zum Sturme gegen die Burg vorzubereiten, in die sich Irminfried mit den Resten seiner Krieger zurückgezogen hatte. Die Sachsen steckten nun ein Lager ab, südlich von der Burg auf den Wiesen, die zwischen einem Bachlauf (dem Biberbach) und der Unstrut lagen.

Schon am folgenden Tage griffen sie in den Morgenstunden zu den Waffen, erstürmten die Vorburg und steckten sie in Brand. Dann bereiteten sie den Angriff auf das östliche Tor vor.

Die Thüringer machten einen verzweifelten Ausfall, stürmten in blinder, Wut auf-ihre Gegner los, und eine grimmige Schlacht begann. Auf beiden Seiten wurden viele zu Boden gestreckt, denn die Thüringer kämpften für ihr Vaterland, für ihre Frauen und Kinder, die Sachsen dagegen aber für Beute, Ruhm und den Besitz des überfallenen Landes. Erst die einbrechende Nacht trennte die Kämpfenden. Die Thüringer beklagten viele Tote, die Sachsen 6000 Tote.

IV. Der Jagdfalke

In dieser Notlage wendet sich der König der Thüringer an Theuderich. Iring, der erfahrene und gewandte, getreue Gefolgsmann und Berater wird mit einer demütigen Botschaft und reichen Schätzen (einen Teil davon braucht er, um die fränkischen Heerführer zu bestechen) zu Theuderich gesandt, um Frieden zu erbitten und freiwillige Unterwerfung zu geloben.

Nur mit Widerstreben läßt sich der Frankenkönig von seinen Heerführern bereden, Gnade zu üben. Am folgenden Tage will er Irminfried empfangen. Iring dankt dem Frankenkönig und sendet allsogleich einen Boten mit der frohen Botschaft an Irminfried, bleibt aber selbst im fränkischen Lager, damit nicht noch eine Sinnesänderung des Frankenkönigs einträte.

Da durch die Botschaft Irings die belagerte Burg ruhig und der Frieden in greifbare Nähe gerückt war, verläßt der Thüringer Wito die Burg, um seinen Jagdfalken auf einen Reiher stoßen zu lassen. Ein Sachse, auf dem südlichen Ufer des Flusses, fängt beide Tiere und gibt den Falken erst dann wieder frei, als Wito ihm ein Geheimnis preisgibt: Die beiden Könige hätten Frieden miteinander geschlossen, und am folgenden Morgen würden die Sachsen in ihrem Lager überfallen werden. Dadurch, daß Wito zu Pferde die Unstrut überschreitet, um seinen Falken in Empfang zu nehmen, verrät er auch die Furt, durch die die Sachsen ungehindert in die Nähe der Burg gelangen können. Bei dieser Nachricht sind die Sachsen zunächst einmal ratlos, aber ein alter kraftvoller Krieger, Hathagat, reißt durch eine flammende Rede die Sachsen dazu hin, dem Feinde zuvorzukommen und noch in der Nacht die sich in Sicherheit wiegenden und ahnungslos schlafenden Thüringer in der Burg zu überfallen. Den übrigen Tag verwenden die Sachsen darauf, sich zu stärken und zu erfrischen, und mitten in der Nacht greifen sie zu den Waffen, stürmen die Mauern und dringen mit gewaltigem Geschrei in die unbewachte Burg ein.

Einige Thüringer suchen ihr Heil in der Flucht, andere irren wie trunken umher, andere fallen den Sachsen in die Hände, indem sie diese verkannten und für die ihrigen halten. Die Sachsen aber töten alle erwachsenen Männer, die jüngeren sparen sie für die Knechtschaft auf. Es ist eine Nacht voller Geschrei, Mord und Plündern, bis die Morgenröte den verlustlosen Sieg der Sachsen beleuchtet.

Durch Irminfrieds Tod oder Gefangenschaft wäre der Sieg vollkommen gewesen, aber man stellte fest, daß er sich mit Frau und Kindern und nur wenigen Begleitern durch die Flucht gerettet hatte. Am folgenden Tag, in der Morgenstunde, stellten die Sachsen vor dem östlichen Tor ihre Stammeszeichen auf und errichteten einen Siegesaltar, eine "hohe Säule", und nach den von den Vätern übernommenem Brauche feierten sie drei Tage ein Siegesfest.

Dann zogen sie ins fränkische Lager, das zwischen dem Bache (die Blinde) und der Unstrut gelegen war und forderten ihren Anteil.

V. Irminfrieds Ermordung

Als Theuderich vernahm, daß Irminfried entkommen sei, faßte er einen Plan, ihn bei günstiger Gelegenheit zurückzurufen und durch Versprechungen in Sicherheit zu wiegen, um ihn dann desto leichter ermorden zu lassen.

Das sollte Iring tun, der bei ihm geblieben war. Es gelang ihm, Iring nach langem Widerstand, durch reiche Geschenke und Versprechungen einer hohen Stellung für seinen Plan zu gewinnen, er selbst aber solle und wolle nach außen hin schuldlos erscheinen.

Irminfried folgt der Einladung nach Zülpich und wirft sich dem Frankenkönig zu Füßen. Der beschenkt ihn reich mit Ehrengaben, aber Iring, der als Waffenträger des Frankenkönigs mit bloßem Schwert neben den Königen steht, tötet seinen früheren König und Herrn. Theuderich aber heuchelt Empörung und verflucht Iring: "Durch solche Missetat bist du bei allen Sterblichen verhaßt geworden. Der Weg steht dir offen, uns zu verlassen."

"Mit Recht", erwidert Iring, "bin ich allen Sterblichen verhaßt geworden, weil ich deiner Arglist gefolgt bin. Aber ehe ich fortgehe, will ich erst meinen Herrn rächen und mein Verbrechen sühnen." Und mit dem noch vom Blute Irminfrieds gefärbten Schwert erschlägt er Theuderich, legt dann die Leiche Irminfrieds über die Theuderichs, damit "wer lebend überwunden worden wäre, im Tode überwände."

Und damit Sieger sei.

Und mit dem Schwerte sich einen Weg bahnend, durch die ihn in dichten Scharen umgebenden Franken, geht er hinweg.

So ward Irminfried erschlagen, nicht in der Schlacht, nicht auf der Flucht, nicht im Heimatland, sondern durch trügerische Versprechungen ins Frankenland gelockt und durch Verrat seines einstigen Vertrauten dahingemordet, aber dennoch Sieger im Tode.

Diese Tat Irings erlangt solche Bekannheit, daß die Milchstraße am Himmel noch heute mit Irings Namen bezeichnet und Iringsweg oder Iringstraße genannt wird.

Quelle: Sagen und Legenden aus Nebra (Unstrut), Gesammelt und neu erzählt von Rudolf Tomaszewski, Nebra 1987

König Samo

Die neuen Ansiedler im Lande der Bojen, das die Umwohner immer noch mit dem alten Namen Bojenheim nannten, daraus später Böheim geworden ist, blieben nicht ohne Bedrohung und Kämpfe, denn das Land war rings von feindseligen und kriegerischen Nachbarn eingegrenzt. Westwärts saßen die zum Teil verdrängten Bojer und Franken, südwärts Langobarden, ostwärts Awaren und mitternachtwärts Thüringer. Die Awaren bedrängten am meisten und unterjochten am Ende gänzlich das Tschechenvolk.

Endlich erhob sich ein Mann, fränkischen Stammes, den die Sage einen Kaufmann nennt namens Samo; der befreite mit siegreicher Hand Land und Volk von dem Joche der Hunnen, wurde zum König erhoben und herrschte über alles Volk slawischen Stammes, so weit dasselbe außer den Grenzen des heutigen Böhmen verbreitet war.

Zu diesen Zeiten geschah es, daß Dagobert, der König der Franken und Thüringer, sein Regiment auch über die Länder Böhmen, Mähren, Schlesien und die Lausitz erstrecken wollte und vom König Samo Unterwerfung forderte, welche dieser jedoch verweigerte.

Da nun eine Anzahl fränkischer Kaufleute auf einem Handelszuge von den Wenden, über welche Samo auch herrschte, erschlagen wurde, so schickte König Dagobert einen vertrauten Boten an Samo, Bestrafung jener Räuber zu heischen. Dieser Gesandte hieß Sichar, und König Samo wollte ihn nicht vor sich lassen. Doch der Bote überlistete Samo, indem er die Tracht der slawischen Männer anlegte, so vor den König trat und seine Klage anbrachte und auf augenblickliche Bestrafung der angeklagten Männer drang. Unwillig hörte Samo ihn an und sprach: "Ehe wir richten und strafen, müssen wir die Verklagten hören und ihre Verteidigung!"

Diese weisen Worte erbitterten Sichar, und er rief aus: "Du und dein Volk seid Untertanen meines Königs!"

"Mitnichten!" sprach Samo; "nicht Untertanen sind wir, aber Freunde wollen wir ihm sein, so er selbst will, und in Freundlichkeit wollen wir den Zwiespalt schlichten."

Darauf versetzte Sichar: "Unmöglich kann es geschehen, daß wir als Christen, des wahren Gottes Kinder und Knechte, Freunde heidnischer Hunde seien!"

"Wohlan denn", rief nun Samo erzürnt aus, "sind wir Hunde, so sollt Ihr fühlen, wie wir beißen und Euch zerreißen!" und jagte den Boten von dannen.

Bald darauf zog nun König Dagobert heran mit großer Streitmacht und führte ein Heer von Austrasiern, Thüringern, Langobarden und Alemannen gegen Samo. Dieser aber rüstete sich mutvoll, zog dem Feind entgegen bis in das heutige Voigtland und schlug bei Voigtsberg drei Tage lang eine furchtbare Schlacht, aus welcher er als Sieger hervorging. Darauf fiel er in Thüringens Marken ein und verheerte das Nachbarland weit und breit.

Als Samo gestorben war, blieb Volk und Land der Böhmen eine Zeitlang ohne Haupt; jeder Stamm gehorchte seinen Ältesten, den Wladyken. Einer derselben hieß Krok, und der Ruf seiner Weisheit und Gerechtigkeit erscholl durch das ganze Land.

Quelle: Die schönsten Märchen aus Österreich, o. A., o. J.,



Archaeologische Zeitzeugen

Die Iringsburg (Eiringsburg)

Die Irings- oder Eiringsburg ist eine Ringwall-Anlage an den südlichen Ausläufern der Rhön, im Tal der fränkischen Saale gelegen.


Zangentoranlage (östlich) am Waldrand (südlicher Wall)
(Gemeinfreies Bild - Wikimedia Foundation)

Die Iringsburg erhebt sich 1350 Meter westnordwestlich der katholischen Pfarrkirche Sankt Petrus und Paulus in Arnshausen, einem Stadtteil von Bad Kissingen in 250 m ü. NN Höhe im gleichnamigen Landkreis Bad Kissingen. In unmittelbarer Nähe zu dieser Anlage liegt der Golfplatz der Kurstadt.


Die Westlichen Wallreste der Iringsburg
(Gemeinfreies Bild - Wikimedia Foundation)

Die etwa 120 x 65 Meter große Anlage wurde zum ersten Mal im Jahre 822 erwähnt. Ein fränkischer Adeliger mit dem Namen Iring schenkte zu Weihnachten, d.h. am 25. Julmonat dieses Jahres all seinen Besitz in Kissingen und Lollbach, wahrscheinlich das heutige Arnshausen, nebst 12 Unfreier, dem Kloster Fulda. Die Entstehungszeit der Burg wird auf das 7. Jahrhundert geschätzt. Vermutlich war die Iringsburg lediglich eine Fliehburg und kein Herrschaftssitz. Ausgrabungen fanden in den Jahren 1910 und 1974 statt.


Die Westlichen Wallreste aus der Gegenrichtung
(Gemeinfreies Bild - Wikimedia Foundation)

Inwiefern dieser fränkische Iring dem Iring der Thüringersage bzw. oder dem Irung/Iron der Svava/Thidrekssaga entsprich bzw. ein Namensvetter oder Nachfahre ist bleibt im Dunkeln.


Wallreste der Iringsburg zum nördlichen Abhang
(Gemeinfreies Bild - Wikimedia Foundation)

Weiterführende Literatur:
Georg Hock: Die Eiringsburg bei Bad Kissingen, in: Bayerischen Vorgeschichtsblatt 13, 1936, 73 ff.
Björn-Uwe Abels: Die Eiringsburg bei Arnshausen, in: Führer zu den vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern - Bad Kissingen - Fränkische Saale - Grabfeld - Südliche Rhön, Mainz 1975, Seite 116 f.
Stefan Gerlach: Archäologische Denkmäler als Zeugnisse früher Besiedlung und des mittelalterlichen Landesausbaus im Saaletal bei Bad Kissingen, in: Stadt Bad Kissingen, Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Denkmäler, München 1998, Seite XIII-XXI.
Thomas Ahnert, Peter Weidisch (Hrsg.): 1200 Jahre Bad Kissingen, 801-2001, Facetten einer Stadtgeschichte. Festschrift zum Jubiläumsjahr und Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung. Sonderpublikation des Stadtarchivs Bad Kissingen, Bad Kissingen 2001, Seite 56.


Grundriß der Iringsburg
(Gemeinfreies Bild - Wikimedia Foundation)



Quellenverzeichnis
- Jürgen John, Reinhard Jonscher, Heinz Mestrup, Axel Stelzner, Geschichte in Daten - Thüringen, Fourier Verlag Wiesbaden 2003, ISBN 3-932412-38-9



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