Die Jahreskreisfeste im gebundenen Mondkalender der Germanen

Eine kurze Vorbemerkung

In unserem Brauchtum, in unseren Märchen und Sagen gibt viele Bereiche, die allein von der Zahlensymbolik etwas sonderbar erscheinen. Warum gibt es zum Beispiel bei Dornröschen eine 13. Fee, die nicht eingeladen war und dann das Königskind verfluchte. Warum tauchen im Märchen immer wieder neun Brüder oder neun Pferde auf. Und was hat es vor allem mit den 12 Nächten auf sich, in denen bis heute noch ein gar unheimliches Brauchtum betrieben wird...
All dies hat mit dem alten, sogenannten gebundenen Mondkalender, bzw. etwas wissenschaftliche formuliert Luni-Solar-Kalender, der Germanen, Kelten und anderer eurasischer Volksgruppen zu tun. Diese benutzten nicht einfach den Umlauf der Sonne wie wir heutzutage - und die Römer früher, von denen wir unseren Kalender ererbt haben. Sie richteten sich in einer Zeit ohne Armband-, Kirchturm- oder Rathausuhren nach dem Stand von Sonne und Mond. Da Sonnen- und Mondjahr unterschiedlich lang sind kommen wir zu einem Kalender mit einer etwas ungewohnten, aber durch Märchen, Sagen und Brauchtum vertrauten und dort kulturell tief verwurzelzen Schaltregel. Vor allem der Versuch die Weihnachtszeit mit ihren zwölf Nächten - wahrscheinlich bis heute unser bedeutendster Feiertag - besser zu verstehen, hat in mir das Bedürfnis geweckt, diesen gebundenen Mondkalender anhand von Literaturquellen zu rekonstruieren. Wenn man weite Bereiche unseres Brauchtums verstehen oder die Festzeiten der Germanen und Kelten rekonstruieren will, kommt man an diesen gebundenen Mondkalender nicht vorbei.

Früher hat es hier an dieser Stelle einen langen und immer länger werdenden Artikel gegeben, der über die Jahre so lang geworden ist, dass es schwierig war ihn als Internetseite zu handhaben. Nunmehr ist ein 206 Seiten umfassendes Buch hieraus entstanden, auf das ich nun hier verweisen möchte. Insgesamt sind wohl mehr als 5 Jahre Arbeit in das Buch bzw. in die Thematik eingeflossen. In bestimmten Bereichen, vor allem in den Bereich der altenglischen Literatur, habe ich mir namehafte Verstärkung geholt - Dr. Alfred Becker, der Experte für das Runenkästchen von Auzon auch bekannt als Franks Casket.
A. Zautner



Der gebundene Mondkalender der Germanen

Rekonstruktion eines Lunisolarkalenders nach antiken, mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Quellen"

Deckseite des Mondkalenderbuches
(Titelbild von Hannah Böving)


Buchbeschreibung auf der Rückseite des Buches:
Ein jeder von uns ist bestens vertraut mit dem gregorianischen Kalender bei dem es sich um einen reinen Sonnenkalender handelt. Der Mond spielt dabei keinerlei Rolle für die Jahreszählung. Doch vor der Einführung der reinen Sonnenkalender benutzten in Europa sowohl Römer, Griechen als auch Gallier und Germanen gebundene Mond- oder Lunisolarkalender, bei denen der Mond der maßgebliche Jahrzähler war. Dieses Buch stellt anhand von antiken, mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Literaturquellen die Charakteristika des gebundenen Mondkalenders der Germanen zusammen.
Dieser gebundene Mondkalender hat nicht nur seine Spuren in alten Gesetzbüchern und den mythologischen Überlieferungen der Eddas und Sagas hinterlassen. Er wurde noch lange, bis in das 17. Jahrhundert hinein, parallel zur Berechnung von Jahreskreisfesten genutzt.
Diese Jahreskreisfeste und die Festlichkeiten im Rahmen des achtjährigen Schaltzyklus (Oktaeteris) des gebundenen Mondkalenders bilden weitere Schwerpunkte des Buches. Exkurse über die antiken Kalender bringen die Ursprünge von bekannten Festen wie Weihnachten und Ostern zutage und zeigen damit die Verwurzelung unserer heutigen Kultur in der Vergangenheit.
Mit einem Artikel über Franks Casket von Dr. Alfred Becker.

Bitcoin-Aktion

An dieser Stelle möchte ich noch eine kleine Mondkalender-Bitcoin-Aktion kundgeben. Bei einem kurzen Besuch meinerseits in Bremen bei Alfred Becker haben wir beide ein Duzend Mondkalenderbücher signiert und damit ein paar wirkliche doppelt signierte Sammlerexemplare geschaffen. Diese könnt ihr bei Bezahlung in Bitcoins hier erwerben. Schreibt mir einfach eine E-Mail (andreas . zautner (ad) web . de). Das Porto wird euch bei Bezahlung in Bitcoin auch erlassen. Es gilt der Wechselkurs zum Zeitpunkt des E-Mail-Einganges entsprechend der Bitcoin-Handelsplattform bitcoin.de Wo man u.a. Euro in Bitcons tauschen kann. Ansonsten besitzt weiterhin die Buchpreisbindung ihre Gültigkeit, d.h. 20 Euro (natürlich dann in BTC) für ein Paperback und 30 Euro (in BTC) für ein gebundenes Exemplar.

Den entsprechenden QR-Code für das Bitcoin-Einzahlwallet (1FmDUu4ACsL1QFBCz1akNy9uqMWQr8Wtju) findet ihr am Ende das Abschnittes. Ansonsten können wir auch alles Weitere per E-Mail klären. In diesem Sinn: Auf einen zentralbankfreien Mondkalenderbuchkauf.



Rezensionen

Rezension erschienen in der Zeitschrift: Miroque - lebendige Geschichte Ausgabe 1/2014, Seite 73
Verfasser: Holger Angenent - erhielt 4 von 5 Punkten

Dass vor unserem schon seit Jahrhunderten gebräuchlichen gregorianischem Kalender der julianische Kalender verwendet wurde, dürfte vielen Lesern bewusst sein. Doch welche Kalender wurden in der Zeit davor beziehungsweise abseits der römischen Kultur verwendet? Dieses Werk gibt Auskunft darüber und führt in den germanischen Mondkalender ein. Weiterhin werden die Ursprünge vieler Gebräuche, Feiertage und Zählweisen, die heute noch verwendet werden, beleuchtet. Doch nicht nur Germanen stehen im Fokus des Buches, auch andere Kulturen wie Kelten, Römer und Etrusker finden Erwähnung. Spannend an der behandelten Materie ist die Tatsache, dass sich der behandelte Zeitraum schlecht einschränken lässt. So beginnt die Betrachtung zwar in der Antike, allerdings reichen die Folgen der damaligen Benennungen und Zählweisen bis in die heutige Zeit. Bei einem Thema, das sich mit der Geschichte zur Zeit der Germanen beschäftigt, besteht natürlich immer das Problem einer schlechten Quellenlage. Der Autor schafft es trotzdem, auf einen ansehnlichen Satz von Quellen zurückzugreifen, der auch über die üblichen römischen Schreiber wie Tacitus hinausgeht. Trotzdem ist das Buch im positiven Sinne keine reine wissenschaftliche Abhandlung und auch für Laien verständlich. Wer sich schon immer einmal intensiv mit Kalendern auseinandersetzen wollte, und dabei insbesondere alte Kulturen wie die der Germanen beachten möchte, findet in dem Werk ein erstaunlich umfangreiches und gut recherchiertes Werk. Ein wenig Geduld und die Bereitschaft, sich in einen komplexen Text einzuarbeiten, gehört trotzdem zur Lektüre.
Link zur Miroque




Rezension erschienen auf Amazon.de: Könnte DAS Standardwerk werden! - 13. November 2013
Verfasser: Lars Vollertsen - erhielt 5 von 5 Punkten

Ich kann mich der Meinung anschließen, dass hier nun endlich mal ein Werk in deutscher Sprache vorliegt, welches ja nicht nur skandinavische Kalenderrechnungen erläutert, sondern tatsächlich einen breiteren, europäischen Bereich abdeckt. Da viele Quellen und besonders fremdsprachige Literatur dem Laien schwer zugänglich sind, stellt es grundsätzlich eine Erleichterung für jeden Interessierten dar. Auch für die Mediävistik scheint mir das Buch nicht uninteressant, da nach wissenschaftlichen Maßstäben recherchiert und argumentiert wird.
Zum anderen hat man nun ein fundiertes Basiswerk zur Hand, wenn es etwa um die Frage geht, wann denn z.B. hier zu Lande, welche vorchristlichen Feste gefeiert wurden. Zu oft schien eine dünne Quellenlage oder esoterische Vorstellungen die Klärung dieser Frage zu vereiteln. Wer sich weniger für die Jahresfeste à la Gardner und Co interessiert, sondern mehr für traditionelle Festtermine, dem sei zu diesem Fachbuch geraten! Darum gibts von mir 5 Sterne.


Rezension erschienen auf Amazon.de: Endlich ein Buch in deutscher Sprache - 6. November 2013
Verfasser: communique8 (Nutzername) - erhielt 5 von 5 Punkten

Durch mein Studium der Nordistik war mir der Altskandinavische Kalender bislang nicht unbekannt. Leider gibt es dazu fast nur schwedische Bücher, wie der auch hier oft zitierte Nordberg. Der gebundene Mondkalender der Germanen ist nun das einzige modernere Werk in deutscher Sprache, das thematisch auch über den Nordberg hinausgeht.


Rezension erschienen auf Amazon.de: Sehr zu empfehlen! - 15. Oktober 2013
Verfasser: André Richter - erhielt 5 von 5 Punkten

Auf dieses Buch habe ich lange gewartet. Es ist exzellent recherchiert, von beachtlichem Quellenreichtum und gänzlich frei von esoterischen Unsinn. Dem Autor gelingt der Spagat zwischen Wissenschaftlichkeit und allgemeiner Verständlichkeit sehr gut. Neben dem eigentlichen Thema, dem Lunisolarkalender der Germanen und deren Jahreskreisfesten, vermittelt das Buch einen hervorragender Einblick in die europäische Kalendergeschichte. Eine Bereicherung für jeden interessierten Menschen!



Die Termine der Jahrskreisfeste im germanischen Lunisolarkalender in den aktuellen Neun Jahren

Wie in dem Buch mit zahlreichen Quellen untermauert benutzten die Germanen einen gebundenen Mondkalender, in dem zur Synchronisation des Mond- und Sonnenjahres ggf. nach Mittsommer ein 13. Monat eingeschaltet wurde. Hierzu bediente man sich eines achtjährigen Schaltzyklus, dessen Merkregel Das Zungel (der Mond) schreitet zwölf und zwanzig unter Aun lautet. Unter Aun ist eine Metapher für das Neunjahr - eigentlich ein Achtjahr mit inklusiver Rechenweise (Oktaeteris), denn König Aun hat am Ende eines jeden Neunjahreszyklus große Opferfeste veranstaltet. Der Neunjahreszyklus konnte rekonstruiert werden. So gehöheren die Jahre 852, 980, 1060, 1084 (letztes Opfer in Gamla Uppsala) in diese Reihe, die sich in der Moderne in den Jahren 2004, 2012, 2020 usw. fortführen läßt.
Für das aktuelle Neunjahr 2012-2020 seien die Termine der Jahreskreisfeste im folgenden nach dem gregorianischen Kalender angegeben:

Jahr 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Monatszahl 13 12 12 13 12 13 12 12 13
Mittwinter
Jul
jólablót
hökunótt
miðvetrblót
8.-10. Jan. 26.-28. Jan. 15.-17. Jan. 4.-6. Jan. 23.-25. Jan. 11.-13. Jan. 30. Jan.-1. Feb. 20.-22. Jan. 9.-11. Jan.
Ostern
várblót
sigrblót
sumarsblót
5.-7. Apr.. 24.-26. Apr. 14.-16. Apr. 3.-5. Apr. 21.-23. Apr. 10.-12. Apr. 29.Apr.-1. Mai 18.-20. Apr 7.-9. Apr.
(Altes) Mittsommer
miðsumarsblót
2.-4. Jul 21.-23. Jul 11.-13. Jul. 1.-3. Jul. 19.-21. Jul. 8.-10. Jul. 26.-28. Jul. 15.-17.Jul. 4.-6. Jul.
Winternächte
Vetrnóttablót
Dísablót
Winterfylleth

alfablót
Tamfanaopfer
28.-30. Okt. 18.-20. Okt. 7.-9. Okt. 26.-28. Okt.. 15.-17. Okt. 3.-5. Nov. 23.-25. Okt. 12.-14. Okt. 30. Okt - 1. Nov.
Mütternacht
Wintersonnenwende
24./25. Dez. 24./25. Dez. 24./25. Dez. 24./25. Dez. 24./25. Dez. 24./25. Dez. 24./25. Dez. 24./25. Dez. 24./25. Dez.


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