Wörterbuch der Firnen Sitte

Etliche Begriffe aus der heidnischen Mythologie und des heidnischen Glaubens finden sich in verschiedenen Glossen. Unter Zuhilfenahme der skandinavischen Quellen kann man daraus vieles rekonstruieren. Andere Namen, Begriffe oder Wesensheiten kann man aus Ortsnamen herleiten oder man findet sie in Sagen.
So seien im Folgenden einige Begriffe in Form eines kleinen Glossars erklärt. Hierbei schreibe ich einige z.T. althochdeutsche, altnordische, altenglische oder gotische Begriffe in einer Form, als wenn sie die synthaktischen und lautlichen Veränderungen vom Althochdeutschen über das Mittelhochdeutsche bis ins Neuhochdeutsache mitgemacht hätten, um sie mit den Begriffen, die sich noch erhalten haben oder in Sagen vorkommen in Einklang zu bringen und sie auch für jemanden, der das Althochdeutschen, Altnordischen, Altenglischen oder Gotischen nicht mächtig ist aussprechbar zu machen. Die Altsprachlichen Schreibweisen stehen meist in Klammern oder kursiv dahinter.

BegriffErläuterung
Alah, der
...alah (ahd.)
...alah (as.)
...alh (ags.)
...ealh (ae.)
...alh-s (got.)
Tempel, Wahrscheinlich im Sinne eines heiligen Haines (lit. elkas...Götterhain) mit einem Tempel im Zentrum oder ggf. im Sinne eines gallo-römischen Umgangstempels (gr. alké...Stärke, Abwehr; gr. ep-alksi-z...Wall, Verteidigung)
Alamannen, die
...Alamanni (germ.)
...alamans (got.)
Die gesamte Menschheit, wörtlich: die Gesamtheit (ala-) derer, die von Mannus abstammen. Wie die Bezeichnung Sueben ist auch der Begriff der Alamannen ursprünglich zumindest für den (elb-)germanischen Raum als ethnozentrische Bezeichnung für die gesammte Menschheit aufzufassen. Erst später entwickelte sich daraus eine Stammesbezeichnung.
Alb, der
...alb (ahd./nhd.)
...alp (nhd.)
...alf (mnd.)
...ælf (ae.)
...alfr (an.)

Elben, die (Plural)
...álfar (an.)
...ælfen (ae.)
...bergæflen (ae.)
...landælfen (ae.)
...feldælfen (ae.)
...wæterælfen (ae:)
...sæælfen (ae.)
...wuduælfen (ae.)
...dunælfen (ae.)
Der Alb/Alf bzw. die Elben/Elfen - das weiße Volk, Der Begriff ist etymologisch verwandt mit dem lateinischen Begriff albus (weiß) sowie dem Flußnamen Elbe bzw. dem schwedischen Wort für Fluß - älf. Diese Etymologie zu weiß, wahrscheinlich als Ableitung von Leichenblässe, und der Gebrauch des Begriffes in einigen Sagas lassen vermuten, daß es sich bei den Elben um vergöttlichte Ahnen handelt. Wie bei dem Begriff der Anse - pl. die Ensen wird aus historischen Günden der E-Umlaut bevorzugt (statt Älfen).
Der Begriff tritt in Zusammensetzung mit bestimmten Orten auf:
Elben (allg.)
Bergelben
Landelben
Feldelben
Wasserelben
Seeelben
Waldelben
Hügelelbem (wörtl. Dünenelben)
Die von Snorri vorgenommene Unterteilung in Lichtelben (ljósálfar), Dunkelelben (dökkálfar) und Schwarzelben (svartálfar) geht wohl auf christlichen Einfluß zurück
- Albtraum (an.)Traum unter Einfluß von Elben
- álfablót (an.)Elbenbloz, Elbenopfer
Ans, der
...ans (ahd.)
...áss (an.)
...ôs (ae.)
...ans (got.)
...ansuz (urgerm.)
...ås (norw.)
Gott, altnordisch áss, altenglisch ôs, gotisch ans (Für diejenigen Leser die nur neuere Eddaübersetzungen kennen: Das n ist kein Tippfehler). Zu den Ensen werden allg. alle Gottheiten wie der Wettergott Donar, der Wind- und Sturmgott Wodan oder die Erdenmutter Erda gerechnet. Insgesamt handelt es sich also um harmonisch wirkende vergöttlichte Naturgewalten.
Seitens der Etymologie gibt es mehrere Deutungssweisen:
A) Ableitung von germ. *ansaz, das einerseuts Pfahl/Balken bedeutet. Die Ensen könten demnach ihren Namen von Pfahlidolen haben.
B) Andererseits wird mit germ. *ansaz im Analogie zum Dachfirsten auch ein Bergrücken bezeichnet. Demnach könten die Ensen die Bewohner eines Bergrückens sein. So ist das Heim der theodischen Götter Ásgarðr in Analogie zum Olymp der griechischen Gottheiten der Gipfel des Weltberges. Dies ist sogar eine recht wahrscheinlich Deutung im interindogermanischen Vergleich zu den Griechen
C) Eine dritte Ableitungsmöglichkeit ist das ai. ásu- was soviel wie Lebenshauch aber auch Welt bedeutet. Ggf. handelt es sich um Windgötter - was aber im einzelnen nicht auf alle Gottheiten zutrifft.
Ansin, die
...*ansinna (ahd.)
...ásynja(an.)
Weibliche Form für ans...Göttin
Ense, die oder
Änse, die
...ensî (ahd.)
...ése (ae.)
...æsir (an.)
...anseis (got.)
...æser (norw.)
die Götter, Plural des Wortes Ans. Wie man an den Beispielen erkennt, wurde (und wird eigentlich) das Mehrzahlwort immer mit einem Umlaut a bzw. o zu e bzw. æ geschrieben: Althochdeutsch: ...ensî, Gotisch: anseis, Altenglisch ése, Altnordisch æsir. Die Schreibweise die Ense basiert auf dem von Jakob Grimm hergeleiteten Plural ensî vorstellbar wäre auch, nach neuerer Rechtschreibung, die Form die Änse. Aus historischen Gründe wird aber wie bei der Alb - die Elben die Form mit dem E-Umlaut bevorzugt.
- Ansgart
- ...Ásgarðr (an.)
- ...Ôsgeard (ae.)
- ...*Ansgart
(ahd.)
Hof oder Garten eines Gottes oder einer Göttin (Ans), In einigen Sagen wird berichtet, daß Frau Berchta (Frau Holle) einen Rosengarten besitzt bzw. für ihren Gemahl (Wodan) pflegt. Dieser Rosengarten ist wohl, wie die Glitzerheide der farörischen Sigfriedlieder, ein Bild für den Sternenhimmel. Andererseits kann es auch Hof oder Garten auf dem Gebirgsrücken des Weltberges bedeuten. Wobei sich beide Interpretationen vielmehr ergänzen statt ausschließen.
Ansleich, der
...Ansleih (ahd.)
...Ansleicus (lat.)
...Ôslâc
...*ansuz + *laikaz (germ.)
Der Begriff Ansleich setzt sich aus den Wörtern Ans (ahd. ans... Gott) und Leich (ahd. leih; mhd. leichen...hüpfen, spielen) zusammen. Oslac ist die altenglische Namensvariante des gemeingermanischen Namens, der altnord. Asleikr, latinisiert in einer westfränkischen Quelle Ansleicus (vermutlich ahd. *Ansleich) heißt. Etymologisch wird der erste Bestandteil des Namens Os-, As- auf die Götterbezeichnung der Ense, der zweite hingegen auf das germanische Wort *laikaz bezogen, das gotisch laiks Tanz, altnord. leikr Spiel, Saitenspiel, Kampfspiel und altengl. lac Spiel, Tanz, Opfergabe bedeutet (vergleiche auch althochdeutsch leich Melodie, Ton), weshalb der Name in der ursprünglichen germanischen Bedeutung vermutlich eine besondere Beziehung des Trägers zum Kult der Ensen anzeigt. So wurde u.a. der Begriff Ansleich auf eine Aufführung oder ein Spiel im Sinne eines Hymnus auf und für die Götter zurückgeführt. So wurden ggf. entsprechend des Anlasses unter Umständen bestimmte mythische Göttergeschichten aufgeführt.
- Asetro (dä)
- ...Ásatrú (an.)
- ...*Êsatrêow (as.)
- ...*Ensotriuwa (ahd.)
Der Ensen-Glaube, Glaube an die æsir (Altnordisch)
...bzw. der Glaube an die ésa (Altenglisch/Angelsächsisch)
oder Enseotriuwa bzw. Ensiotriuwa...der Glaube an die Ensî (Althochdeustch) Der dänische Begriff asetro, wure 1870 von dem norwegischen Komponisten Edvard Grieg in seiner unvollendeten Oper Olaf Tryggvason als Bezeichnung für den heidnischen Glauben der Wikinger verwendet wurde. Die isländische Schreibweise wurde erstmals 1945 von Ólafur Briem in seinem Werk Heiðinn siður á Íslandi (Heidnische Sitten auf Island) verwendet. In diesem Sinne handelt es sich nicht um einen historischen Begriff sondern um einen Neologismus.
Aufhimmel, der
...ufhimil (ahd.)
...upheofon (ae.)
...upphiminn (an.)
Der Aufhimmel (mundartlich Uffhimmel), manchmal auch als Überhimmel übersetzt, ist die (obere) Welt der Ensen (ensî) - der Götter, bzw. auch einfach das Himmelsgewölbe oder Firmament
Balder, der
Baltag, der
...Paltac (ahd.)
...Balder (ahd.)
...Beldeg (an.)
...Baldr (an.)
...Bældæg (ae.)
...bealdor (ae.)
Balder/Baltag ist ein Sohn Wodans. Der Name Balderwird im zweiten Merseburger Zauberspruch genannt, was jedoch auch nur „Herr“ als Anrede für Wodan bedeuten kann?. Baltag/Bældæg ist westsächsichen Königsgenealogien zufolge wohl der eigentliche Name des Gottes.
baro (ahd.)
...bearo (ags.)
Kultstätte, Tempel ?
beten (pittan)von bitten
Berchtennacht, die
...giperahta naht (ahd.)
Die Berchtennacht oder auch Perchtennacht am 2. Januar kennzeichnet das Ende der Rauhnächte. siehe Hullefrauennacht
Bloz, das
...bluoz (ahd.)
...bluostar (ahd.)
...blót (an.)
...blôt (ae.)
Opfer, Opferstätte, Feiertag. Für das Opfer, d.h. die Opfergabe selbst ist das althochdeutsche Wort bluostar überliefert. siehe blozen
blozen, zu
...pluozan (ahd.)
...blóta (an.)
...blôtan (ae.)
opfern im Sinne von jemanden (eine Gottheit, einen Ahnen usw.) mit einer Gabe stärken.
Blozhaus das
...pluozhus (ahd.)
Kleiner privater Tempel, mit Platz für vielleicht 1-5 Personen.
Bluostrari, der (ahd.)Der Opferer (wörtlich: Blozer), Bezeichnung für einen Priester/Ritualleiter
BregoBragi, Ach ja, richtig Brego heißt auch ein Pferd bei Tolkien
DingLandsding, Thing
Donar, der
...donar (ahd.)
...þunor (ae.)
...thunar (as.)
...þunarr (an. var.)
...þórr (an. var.)
...Turisas (finn.)
...tanaros (gall.)
Wettergottheit, Gott des Donners, Sohn Wodans und Erdas
Donarskeuleein Kleinod
Dürse, der
Dürsen, die (Plural)
...durs, duris (ahd.)
...þurs (an.)
...ðyrs (ae.)
...orcþyrs (ae.)
...tusse (schw.)
...turso (finn.)
...tursus (estn.)
Durs, Riese, Cyclops, Orcus, Demonium, aber auch als deus (Gott) übersetzt. Aus den skandinavischen Quellen erhalten wir jedoch eine genaue Beschreibung der Dürsen. (Aus der altenglischen Vorsilbe orc- des Wortes orcþyrs har J.R.R. Tolkien seine Orks abgeleitet.)
Dürste, der
...Türste (dial.)
Ein Gletscherriese aus der schweizerischen Volkssage
Enz, der
...ênz (nhd.)
...ênt (ae.)
Riese, Ungeheuer...das Wort gibt es noch im bayerischen Dialektbegriff enzig sowie in vielen Ortsnamen. Der bayerisch-mundartliche Begriff enzig bedeutet soviel wie ungeheuerlich, die altenglische Form Ent ist durch J.R.R. Tolkiens Herrn der Ringe in Gestalt der Ents, Schrat-artigen Wesen, wieder in Gebrauch gekommen. Seine Quelle hierfür waren altenglische Gedichte wie The Wanderer, Beowulf und The Ruin. Hier bezeichnet der Begriff ent ein altes, ehemals menschliches jedoch ausgestorbenes Riesengeschlecht. Im Frühmittelalter galten diese Riesen als die Erbauer der neolithischen Steinbauten und Römerstraßen: orþanc enta geweorc (Werke kunstfertiger Riesen). Inwiefern volksetymologische Überschneidungen zwischen den Enzen und den Ensen bestehen ist unklar.
Erda, die
...erda (ahd.)
...hertha (Tac. ?)
...nertha (Tac. ?)
...nectha (Tac. ?)
...neitha (Tac. ?)
...nehertha (Tac. ?)
...vertha (Tac. ?)
...jörð (an.)
...airþa (got.)
...Harþa (is. Monatsname)
...eorðe (ae.)
...irthe (afr.)
...erða (as.)
...hreda (Beda)
Die Gottheit Erda (Hertha, Nerthus, Hreda) entspricht allg. der Mutter Erde (lat. terra mater)
Esago, der (ahd.)
...Asega (afries.)
Gesetzessprecher beim Landsding
Eten oder *Etzen?, die
...eteninne (nnd.)
...eoten (ae.)
...iötunn (an.)
...etona (finn.)
andere Bezeichnung für Riesen die sich ggf. von dem Verb essen d.h. eta ableitet. Die neuniederdeutsche weibliche Form eteninne bedeutet soviel wie Hexe (Leichenfresserin ?), ein etymologischer Bezug zu den Enzen sowie zu dem Stamm der Jüten ist fraglich. ggf. besteht auch ein Bezug zu Etzel (mhd.), Ezzilo (ahd.). In Ortsnamen findet sich auch die Silbe Etz. Auch das neuenglische Wort ettin gehört hierher.
EwaEhe jedoch im Sinne einer Verbindung zu den Gottheiten
Ewawart, der (ahd.)Priester, Wärter der Ewa - der Verbindung zu den Göttern
firn, Adj.
...firn (nhd.)
...virne (mhd.)
...firni (ahd.)
...forn (an.)
...forn (no.)
...forn (dä.)
...forn (schw.)
...fornur (fär.)
...forn (ae.)
...forn (as.)
...forn (ahd.)
...fairns (got.)
...fyrn (ae.)
...*furna (germ.)
alt, heidnsich, weise
Firnqued(e), das/die
...fornkvæði
altes heidnisches Gedicht, altes heidnisches Lied
Firnsagas, die
Firnsagaen, die
...forn sögur (an.)
Sagas/Sagen aus alter heidnischer Zeit, Vorzeitsagas
Firne Sitte, die
...forn siðr (an.)
...firni situ, der (ahd.)
...fyrn sidu (ae.)
...fairns sidus (got.)
...forn sæd (dä.)
...forn sed (schw.)
...forn sed (norw.)
Bezeichnung für die alte heidnische Religion der Germanen. Der Begriff forn siðr findet u.a. in der Færeyinga saga, der Saga Hákonar góða (Heimskringla), der Saga Ólafs hins helga (Heimskringla) und in der Saga Magnús konungs Erlingssonar (Heimskringla) Verwendung und wurde in neuerer Zeit zum Terminus technicus für die germanisch heidnische Religion. Die altsprachlichen Formen sind im Gegensatzt zum neuhochdeutschen Wort Sitte grammatikalisch männlichen Geschlechtes.
Firnmänner, die
Firnfrauen, die
Firnleute, die
...fornmenn
Heidnische Menschen, die Altvorderen
Frija Holda, die (ahd.)
Frau Holle,die
...Frîja (ahd.)
...Frigg (an.)
...Frîg (ae.)
...Frî (as.)
...Frea (langobard.)
...Frick(e) (ndt. dial.)
...Freyja (an.)
Herrin (in der urspünglichen bedeutung des Wortes Frau) der Holden, eine Göttin, Gemahlin Wodans, Attribute: Spindelrocken, Lange Eisennase (Potznase), Federgewand (Falkenkleid), Sichel; ggf. auf eine alteuropäische Vogelgöttin zurückgehend.
Die wikingerzeitliche-hochmittelalterliche Freyja ist wohl mehr eine späte Emanation der Frija Holda, da beide ein Feder- oder Falkenkleid tragen (valshamr, fjarðrhamr) und der Mann der Freyja den Namen Oðr trägt und wohl mit Oðinn identisch ist. Den Katzenwagen der Freyja finden wir nur bei Snorri, während der Wagen der Frija Holda von Rindern gezogen wird.
Fro Ing, derFreyr
Fulla, dieSchwester / Zofe der Frija Holda, im 2. Merserburger Zauberspruch genannt
Galster, der
...Galstar (ahd.)
...galtar (ahd.)
...galdr (an.)
...gealdor (ae.)
Mit Galsterei bzw. Galster wird auch heutzutage eine bestimmte Art der Zauberei bezeichnet. Man findet den Begriff häufig auch in Zusammensetzungen wie Galsterweib, als Bezeichnung für eine Hexe bzw. ein zauber- d.h. galsterkundiges Weib.
Ursprünglich bedeutet Galster (Althochdeutsch: galstar, Altnordisch: galdr, Altenglisch: gealdor ) in etwa soviel wie Zaubergesang, oder Zauberbesprechung.
Ein Galster wird wie es die Phrase Galster gellen nahelegt lautlich geäußert. Galster-Sprüche sind in einem eigenst für Galster bestimmten Versmaß dem Galdralag (an.) verfasst. Typisch für dieses Versmaß ist eine besonders strikte Stabreimbindung bei stark parallelistischen Versaufbau. Ein weithin bekanntes Beispiel hierfür sind die letzten Verse des zweiten Merseburger Zauberspruches: Bein zum Beine, Blut zum Blute, Gelenk zu Gelenken, so sie geleimt sind!
In der Mythologie wird der Galster dem Gott Wodan zugeschrieben, der z.B. in der Vegtamskviða (Baldrs draumar) auch als Vater des Galsters benannt wird.
- Galsterweib, das
...gælstre (ae.)
Galsterkundige Frau, Hexe, Zauberin
gellen, zu
...gellan (ahd.)
...giellan (ae.)
...gella (an.)
Gellen bedeutet, was jedem klar sein, sollte soviel wie laut tönen oder intonieren. Gellen wird hier als Verb zu Galster aufgeführt. Bereits im 2. Merseburger Zauberspruch wird das Begellen des Pferdes durch Wodan, Frija und Sunna erwähnt.
(gildan)vergelten
Ginnungagap, das
...ginnunga gap (an.)
...Ghinmendegop (A.v.B.)
die magiegefüllte Urkluft vor dem Anbeginn des Alls (falsches Quantenvakuum), Neben der Erwähnung in der Edda verwendet auch Adam von Bremen in einer Glosse den Begriff Ghinmendegop. Im Hoch- und Spätmittelalter u.a. auf der Vinland-Karte des Bischofs Guðbrandur Thorlaksson von 1606 auch als Begriff für die Nordwestpassage.
„Glitzerheide“Sternenhimmel, siehe Ansgart
Gode, der
...gotinc (ahd.)
...gudja (got.)
...goði (an.)
...gyðja (an.)
...kuþi (run.dä)
...gutuater (lat.)
Gode ist die am weitesten verbreitete Bezeichnung für einen germanischen Vorbeter, Ritualleiter oder Priester. Bereits bei Caesar finden wir die Bezeichnung gutuater in seinem Gallischen Krieg als Bezeichnung bzw. als Eigenname für einen Priester des gallischen(?) Stammes der Carnuten. Darüber hinaus ist der Begriff auf verschiedenen gallo-römischen Weihesteinen belegt. In der Wulfilia Bibel, der Übersetzung des alten Testamentes ins Gotische, wird mit gudja der griechische Begriff des hiereus, als Bezeichnung für einen jüdischen Priester, übersetzt. Auf einem dänischen Runenstein finden wir die Form kuþi. In althochdeutschen Glossen wird gotinc als Tribun übersetzt. Die Gemeinde bzw. das Amt des Goden wurde mit dem altnordischen Begriff goðorð bezeichnet. Etymologisch leitet sich der Begriff wie auch der Begriff Gott (an. goð) von einem Wort für Stimme (altirisch guth...Stimme, nlat.-dt. guttural...die Kehle betreffend) ab. Der Gode ist der Rufende - der die Götter Angerufene. Die Form gutuater wird als Vater (athir) der Stimme (guth) angesehen. Insofern kann der Gode rein von der Etymologie als Vorbeter interpretiert werden. Aus der Zeit des Überganges zum Christentum finden wir auf Island auch den Begriff der kirkjugoðar (Kirchengoden), der verdeutlicht in welcher Art und Weise Goden zu chrislichen Priestern wurden.
Gott (God)Gott
Hader (Hadu)Bruder Balders
Halle (Halla)Halle
Harg, der
...harug (ahd.)
...haruh (ahd.)
...hearg (ae.)
...hurrock (ne. dial.)
...hörgr (an.)
...horg (nnorw.)
...harg (nschw. dial.)
...horg (nschw. dial.)
...horv (nschw. dial.)
Altar aus Steinen, heilige Steinsetzung, Steinaltar, Opferstein; Ein Harg ist ein Altar aus Steinen mit Gottesbildern. Das Eddalied Hyndluljoð berichtet, daß Ottar für Freyja einen Harg errichtet hat. Ottar umschreibt den Harg als Kultstätte aus hoch aufgetürmten Steinen. Weiterhin wird gesagt, daß Ottar die Steine mit Ochsenblut rot gefärbt hat. In gleicher weise berichtet die Heiðreks Saga von einem König Alf der zum Diesenblót dan Harg rot gefärbt hat. Die Ortsnamen Odinshorg und Torshorg in Schweden weisen auf die dortige Existenz eines Harg hin. Heutzutage wird der Begriff Harg auch für modernere Altarformen benutzt.
HarugariPriester, der sich um den Harg/das Heiligtum kümmert
heilaGesundheit, Unversehrtheit
heilazzengrüßen
Helliadie verborgene, verhehlte oder untere Welt, das Wort ist etymologisch verwandt mit Keller, Hölle, Helheim, Hel; urspüglich wurde hiermit wohl die Grabkammer eines sog. Hühnengrabes bezeichnet
HerdwartRegionalleiter, Leiter eines Herdes
Herthasiehe Erda
Himmelsberg, der
...Himilinberc (ahd.)
...Himinbjörg (an.)
Wie unter Anse vermerkt ist es durchauswahrscheinlich die Ensen als göttliche Bewohner des Himmelsberges zu sehen. Diesen Himmelsberg finden wir im Althochdeutschen in der Vita des Sankt Gallus als Himilinberc. Hier wird berichtet, daß sich der Heilige mit einem einheimischen Begleiter in einen Urwald begab, wo die beiden Männer von weiblichen Dämonen bedroht wurden, die Gallus letztendlich vertrieb. Später hörten die beiden Männer, wie sich die Dämonen vom Himilinberc herab beklagten und fragten, ob der Fremde (Gallus) immer noch da wäre. In der Altnordischen Überlieferung ist der Himmelsberg oder die Himmelsbergung bzw. burg - Himinbjörg die Wohnstätte Heimdalls. Der Himmelsberg könnte das Himmelsgewölbe selbst darstellen über dem sich der Aufhimmel befindet.
Hochsitz, der
...hásæti (an.)
...hâsæta (ae.)
Hochsitz im Norden eines Langhauses für ein weltlich/spirituelles Oberhaupt. Der Hochsitz befindet sich in der Regel auf einer verzierten Hochsitzsäule (an. öndvegissúlur)
Hof, der
...hof (ahd.)
...hof (an.)
...hof (ae.)
...hov (aschw.)
...hov (anorw.)
Herrenhof bzw. Fürstenhof mit einem Langhaus, daß auch für religöse Zwecke (z.B. Sumbel) genutzt wurde. siehe Langhaus
Holden, die
...huldufólk (is.)
...hulderfolk (norw.)
vornehmlich weibliche wohlgesonnene Wesen. ggf. im Gefolge von Frija Holda (Frau Holle)
Hullefrau, die
...Hullafraa (thür.-itzgründ.)
...Holda (mhd.)
...Huldr (an.)
...Huldra (norw.)
...Hyllefru (schw.)
...Hyldemor (dän.)
Frau Holle
Hullefrauennacht, die
...Hullefraansnocht (thür.)
Die Nacht der Hullefrauen am 2. Januar kennzeichnet das Ende der 12 Rauhnächte, vgl. Berchtennacht
HunsalSpeiseopfer
Hudelböhz, derBöhz (Geist) mit dem Hut, thüringerscher Name für den Wilden Jäger (siehe Wodan/Wodin)
Irmensäul', die
...Irminsûl (as.)
Riesige Säule, Weltsäule, Weltachse bzw. ein Heiligtum, das die selbige repräsentiert.
Langhaus
...langhus (dä.)
...longhouse (ne.)
Wie der Name sagt ein lägliches Haus, daß auch für religiöse Zwecke wie z.B. ein Sumbel benutzt wurde. Im Langhaus stehen auch berühmten Hochsitze.
laoh (ahd.)
...leag (ae.)
Kultstätte, Tempel ?
Lohe (Lohho)Besser bekannt unter seinem Altnordischen Namen Loki
Mannus (lat.-germ.)Der erste Mensch bzw. Stammvater der Menschheit Manni. Der Begriff ist etymologisch verwandt mit got. *munan - meinen, glauben und lat. mens - Verstand. Das Wort Manni wurde darüber hinaus Bestandteil weiterer ethnozentrischer Bezeichnungen wie Markomanni und Alamanni.
Mâno (ahd.)der Mond
Mittgart, der
...mittilgart (ahd.)
...mittangart (ahd.)
...middangeard (ae.)
...midjungards (got.)
...miðgarðr (an.)
Die (mittlere) Welt der Menschen, die physiche Welt (lat. orbis terrae, gr. chosmos). Ursprüglich bezeichnete der Mittgart wohl einen schützenden Wall um die Wohnstätten der Menschen und auch der Ensen. siehe auch Aufhimmel und Hellia
...Myrkviðr (an.)Ein dunkler Wald in Südosteuropa, der die Hunnen von den Goten scheidet.
Mundberge, die
Mundfelsen, die
...Mundia (an.)
...Mundiafjöll (an.)
die Alpen, wörtlich die Schutzberge oder -felsen
Muspell
...mûspilli
...mûdspelli (as.)
...mûdspelles megin (as.)
...Muspells megir (an.)
...Muspellr (an.)
...Muspellsheimr (an.)
...Muspellz lýðir (an.)
...Muspells synir (an.)
Weltenende, Weltenbrand oder Weltuntergang durch Feuer (Supernova). Wahrscheinlich von mundus (lat.) = Welt und -spell = Verderben, Schaden. Der Begriff lässt sich erstmals in dem althochdeutschen Gedicht Muspilli (830 u.Z.) nachweisen: dar ni mac denne mak andremo helfan vora demo muspille. Im altsächsischen Heliand aus dem 9. Jahrhundert finden wir die schreibweise mudspelli. Bei Snorri wird dieser Weltenbrand in der Gylfaginning zu einem Feuerriesen mit dem Namen Muspellr (identisch mit Surt) personifiziert, der in Mespellsheimer wohnt, und zum Weltenbrand mit den Muspellssönen Muspells synir oder Muspellsleuten Muspellz lýðir die Welt verheert.
Nerthussiehe Erda
Nixe, Neck*nikwuz, ahd. nihhus, niccus, nichessa, Wasserwesen
NjörðrMeeresgott, Vater des Fro Ing / Ingvio (und Damit wohl ein Teilaspekt von Ingvio, der auch ein Schiffahrstgot ist.) Herr über Wind und Meer, Herrscher über das Feuer und Helfer der Seefahrer und Meeresfischer. Als etymologische Wurzel für den Namen Njörð wird neuerer Forschun zufolge Lexem *ner- mit der Bedeutung ein- und auftauchen, zugrundegelegt, wie u.a. auch für dem griechischen Meeresgott Nereus.
Orendel, der
...Orendel (mhd.)
...Orentil (ahd.)
...Auriwandalo (langbard.)
...Earendil (ae.)
...Aurvandill (an.)
...Horwendillus (lat.)
Orendel ist der Sage nach ein Seefahrer und versinnbildlicht den Abendstern
Ostra, die
...Austrô (urgerm.)
...Êostre (ae.)
...Êastre (as.)
Name der Gottheit des Osterfestes. Die Schreibweise Ostra finden wir im Wernigerödischer Intelligenz-Blatt aus dem Jahre 1797 sowie im Althochdeutschen Schlummerlied (welches u.U. eine Fälschung darstellt). Die erste Erwähnung in der altenglischen Form Êostre finden wir bei Beda Venerabilis in seinem Buch De Temporum Ratione (Von der Berechnung der Zeiten) genauer im Kapitel 15 De Mensibus Anglorum (Die englischen Monate). Jakob Grimm hatte aus dem althochdeutschen Monatsnamen &Oring;starmånoth die eigentlich falsche Namensform *Ôstara hergeleitet (Bitte vergessen und möglichst nicht verwenden!). Die richtigere urgermanische Form wäre *Austrô bzw. die richtigere neuhochdeutsche Form Ostra.
Parawari, der (ahd.)Behüter eines heiligen Heines (ahd. baro)
Pholwahrscheinlich bedeutet das Wort einfach nur Fohlen, ggf. ist es ein Name für den Gott Balder in den Merseburger Zauberspüchen
queden zu
...quedan (ahd.)
...queda (afr.)
...cweðan (ae.)
...qiþan (got.)
...kveða (an.)
Das Queden ist eine Art sprechendes Singen zum Vortragen von Stabreimdichtung.
Riese, der
Riesen, die (Plural)
...risi, riso (ahd.)
...risi (an.)
...wrisil (anfränk.)
risan erheben vgl. engl. to rise
RîmstockRunenkalender in From eines hölzernen Stabes, auch Primstav
„Rosengarten“Metapher für den Sternenhimmel, siehe Ansgart
*Seid / *Sait / *Seit, die
...Saitchamiae (Matrone)
...seið (an.)
...ælfsiden (ae.)
...saitas (lit.)
...soida (finn.)
...soittaa (finn.)
...saitu (kymr.)
Zauber - Der altnordische Begriff seið wird oft mit saamisch-finnischen Schamanismus in Verbindung gebracht. In dem Matronennamen Saitchamiae finden wir höchtswahrscheinlich eine kontinentalgermanische Form des Begriffes. Auch im Altenglischen finden wir das Wort in der Zusammenstzung ælfsiden = Elbenzauber. Wahrscheinlich handelt es sich wie beim gellen und queden um eine Art Gesangs oder Vortragstechnik, oder eine instrumentale Spieltechnik (Flöte, Trommel) da Finnisch soida soviel wie klingen, lauten bzw. Finn. soittaa auf einem Instrument spielen bedeutet.
Saxnot, derGenosse/Freund der Sax oder Sachsen siehe Fro Ing und Ziu
Sitte (Situ)Sitte, Tradition, Ethos
Schwaben, die
...Sueben, die (germ.)
...Suebi (lat.)
Die spätere Stammesbezeichnung Sueben bedeutet seiner etymologischen Wurzel nach einfach nur sich selbst gleich (*suê + bho-) bzw. sich selbst seiend (*suê + bhuo-, vgl. modernes Englisch: self+being) und ist ursprünglich zumindest für den (elb-)germanischen Raum als ethnozentrische Bezeichnung für die gesammte Menschheit aufzufassen. siehe: Alamannen
ScopWie Skalde Bezeichnung für einen Dichter/Sänger bei den Westgermanen
Sumbel, das
...sumbal (ahd.)
...sumbl (an.)
...symbel (as.)
...sumble (ae.)
rituelles Trinkgelage, ritueller Umtrunk
SunnaSonne bzw. Sonnengöttin Sól
SunnufeldJenseitswelt, in Glossaren mit Elysiumgleichgesetzt (siehe Hellia)
Skalde (Scalto)Skalde Germanizismus im Skandinavischen
Stall, der
...stall (ahd.)
...stallr (an.)
...steall (ae.)
Gestell-Altar, Krippe, Stall, Der Stall, in seiner Grundbedeutung als Gestell, ist eine Tischähnliche Altarform: vier Stützen durch vier Streben verbunden und eine Deckplatte aufgelegt um Gottesbildnisse und Gaben abzulegen
ahd. thau
ae. þeaw
Brauch, Gewohnheit, Verhaltensweise
theodischanderes Wort für das von den Römern eingeführte Wort germanisch bzw. Synonym für das Adkektiv germanisch
Thüringer, die
...Thuringas (germ.)
...Thuringi (germ.-lat.)
...Toringi (germ.-lat.)
Der Stamm der Thüringer wird zu den Elbgermanen gezählt und hatte (und hat) sein Hauptsiedlungsgebiet an Zusammenflüssen von Unstrut und Saale sowie Saale und Elbe.
Troll, der
...trolle, troll (mhd.)
...tröll (an.)
...
Vanen (an.vanir)Die Bezeichnung uanir (vanir, Vanen, Wanen) bezeichnet ein Volk, das im Bereich des Flusses Vanakvisl (Tanakvisl, Tanais), d.h. des heutigen Don sowie seiner Nebenarme ansässig war. Wahrscheinlich handelte es sich hierbei im 10. Jahrhundert um Ungarn (uangari). Der Begriff uanir erscheint insgesamt in 5 Eddaliedern vor allem aus der Notwendigkeit der Alliteration.

Fälschlicherweise wurde in der altnordischen Literaraturgeschichte bzw. durch Snorri Sturluson eine eigenes Göttergeschlecht, der Fruchtbarkeits- und Wachstumsgötter aus dieser Bezeichnung hergeleitet. So wurden aus den Vanen-Göttern, im Sinne von Göttern der Vanen, d.h. der Menschen am Don, die Vanen als Bezeichnung der Götter selbst. Aufgrund der etnischen Verwandtschaft zwischen Ungarn und Finnen/Samen wurde das Gebiet der Vanen von Snorri in Nordost-Europa verortet.

Die Götter Njörd, Freyr und Freyja, welche unter dem Begriff Vanen subsummiert werden, sind selbstverständlich als Götter (tívar, aesir usw.) zu verstehen. Der Vanenbegriff steht ursprünglich jedoch nicht für eine Göttergruppe.

Quelle: Rudolf Simek The Vanir: An Obiutary
Walküre, die
...wælcyrige (ae.)
...valkyrja (an.)
wörtlich: die (weibliches Wesen), die die Toten auswählt, ursprünglich wahrscheinlich eine lit. Umschreibung für Rabe, setzt sich zusammen aus Wallstatt (Schlachtfeld) und erkiesen (auswählen)
Wendelmeer, das
...wentilmeri (ahd.)
das Mittelmeer, Weltmeer
Welt, die
...weralt (ahd.)
eigentlich das Alter, im Sinne von Zeitalter, oder die Zeit in dem bzw. der die Menschen (wer-) existieren
Weltberg, der
...weraltberc (ahd.)
siehe Himmelsberg
Weltmeer, das
...weraltmeri (ahd.)
das Weltmeer, das die Welt umgibt
Weltring, der
...weraltring (ahd.)
der Erdkreis (Horizont) der die Welt und das Weltmeer umgibt
Weltzimmer, das
...weraltzimbar (ahd.)
das Weltgebäde (Kosmographie)
Wieland, der
...Wielant (ahd,)
...Walant (ahd.)
...Walander (norm.)
...Vöndr (an.)
...Galand (afrz.)
Der sagenumwobene Schmied, der eine Flugmaschiene baute
Wihmaridie Stadt Weimar - Der Name bedeutes geweihtes Moor, in Weimar und Umgebung gibt es etliche Gräberfelder
Wihes Wart, der (ahd.)Priester, Wärter des Geweihten
Wicht, der
...wiht (ahd.)
...wight (engl.)
vgl. engl. wights
Wilder Jägersiehe Wodan/Wodin
Wodan, der bzw.
Wodin, der
...*Wôðanaz (urg.)
...*Wôðinaz (urg.)
...*Wôðin (urnor.)
...Wuotan (ahd.)
...Óðinn (an.)
...Woden (ae.)
...Wode (nhd. dial.)
...vates (kelt.)
Es gibt eine Diskrepanz in der Etymologie und damit in der Deutung des Gottesnamens. Das althochdeutsche Wodan sowie das altenglische Woden lassen sich auf die protogermanische Form *Wôðanaz zurückführen. Dies würde dann auf einen Gott der Wut deuten, was ggf. schon eine volksetymologische Umdeutung und ggf. eine Schmähbezeichnung darstellt. Die nordische Form Óðinn das aus dem urnordischen *Wôdin entstanden ist und die Wochentagsbezeichnung wednesday lässt auf eine protogermanische Ausgangsform *Wôðinaz schlie├čen. Diese Variante wird von L. Rübekeil als der Gott der Vates (Seher, Opferprieser) interpretiert. Damit wird Wodin u einer Art Priester/Schamanengottheit. Unter umständen liegen hier auch zwei verschiedene Namen vor die synonym gebraucht werden können (Heiti). Kennzeichen: Einäugigkeit, dreifaches Selbstopfer, Speer (Ger), Hut. Im Brauchtum ist der Gott bis heute als Wode oder Wilder Jäger lebendig.
Wulder, der
...Wuldor (ae.)
...Ullr (an.)
...[o]wlþuþewaR (run.dä)
...Ollerus (dä-lat. Saxo)
...Wuldberth (ahd.)
...Wuldhart (ahd.)
...Wuldrât (ahd.)
...Wulþuwulfs (wgot.)
Gott der Jagd und des Bogenschießens, aus Ortsnamen ließ die Westgermanische Namensform Wulder ableiten
Wurt, die
...wurt (ahd.)
...wurth (as.)
...Urðr (an.)
...wyrd (ae.)
Schicksal, Schicksalsgöttin
Zabel, das
...zabal (ahd.)
...tafl (an.)
...tæfl (ae.)
...tabula (lat.)
Brettspiel und auch Spielbrett, Bsp.: Schachzabel (Schach), Königszabel (Hnefatafl), Wurfzabel (Backgammon)
Ziu, der
...Ziu (ahd.)
...Tîw (ae.)
...Tîg (ae.)
...Týr (an.)
...Tîr (ostskand.)
...tyz (run-nor.)
...*Tîwaz (germ.)
...Zeus (gr.)
...Deus (lat.)
Gott des Himmels und der Dingversammlung (Mars Thingsus), der Name bedeutet eientlich nur einfach Gott
- Ziestag
...ziestac (ahd.)
...tîwesdæg (ae.)
...tiesdei (afr.)
...týsdagr (an.)
...tirsdag (dä)
...tiistai (finn.)
„Zius Tag“ schweizerisch-allemannischer Name des 3. Wochentages - Dienstag
- Ziuwari
...Cyouuari (ahd.)
laut eine Glosse des Wessobrunner Gebetes werden mit diesen Begriff die Anhänger des Gottes Ziu, gemeint sind die Alamanen, bezeichnet
- Ziesburg
...Ciesburc (ahd.)
Die Hauptstatt der Ziuwari/Alamannen vgl. Thisted (Ziestadt) in Dänemark - der nördlichtse Ortsnamensnachweis von Ziu/Týr (beachtenswert ist auch die Endung auf -sted)
Zungel
...zungal (ahd.)
...tungl(ae.)
...tungl(an.)
Stern, Gestirn, Wandelstern, Mond, Monat
Zwerg, der
Zwerge, die (Plural)
Gezwerg, das (alt. Plural)
...zwerc (ahd.)
...gitwerc (ahd.)
...dweorg (ae.)
...dvergr (an.)
Die Zwerge als Sinnbild technisch versierter, Bergbau betreibender Wesen im Volksglauben...

Quellen:



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